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Wie war das in Dachau? : Ein Versuch, der Wahrheit näherzukommen / von Johann Neuhäusler
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Ähnliche Beispiele von

Kameradschaftsgeist und Hilfsbereitschaft, Hochherzigkeit und Großmut

weiß auch Michelet(Die Straße der Freiheit, S. 203 ff.) zu berichten:

Ein Arzt opfert sich

Von Dr. Marsault sagt Michelet, daß er geradezu eine legendäre Figur ım KZ wurde. Jedermann wußte ja, daß er sozusagen freiwillig nach Dachau gekommen war. Marsault hatte schon längere Zeit das Lazarett des Lagers von Compitgne geleitet. Eines Tages hatte er sich dem Abtransport eines Kranken widersetzt, den er für nicht transportabel hielt. Da fuhr ihn der SS-Mann an:Gut, dann gehst du an seiner Stelle. Und Marsault ging ins KZ Dachau und widmete auch da seine Dienste in hingebendster Weise den Kranken.(Marsault ist der jetzige Präsident desInternationalen

Dachau-Komitees.)

Großmütiger Verzicht

Unter den französischen Gefangenen war auch der ehemalige Deputierte von Caen, Camill Blaisot. Er litt schwer unter der Kälte des Winters 1944/45; so war es sein heißer Wunsch, eine warme Unterkleidung zu bekommen. Seine Freunde bemühten sich, für ihn einen Pullover zuorganisieren. Nach mancherlei Mißerfolgen gelang es. Triumphierend brachten sie den Pullover zu Blaisot. Und Blaisot war ganz außer sich vor Freude, als er das lang Er- sehnte sah. Aber, da er um sich blickte und von den Gesichtern mancher Ka- meraden Traurigkeit, ja Neid ablesen konnte, sprach er:Gebt ihn lieber dem da! Er ist 72 Jahre alt, ich bloß 68.

Hingebend bis zum Tode

zeigten sich da die Hilfspfleger der Blöcke. Sie, von denen man bisher oft nur geringschätzig geredet hatte, mühten sich um die Kranken ohne Medi- kamente, ohne die geringsten Hilfsmittel, ohne Möglichkeit für eigene Schutz- maßnahmen. Sie nahmen die Kranken auf ihre Arme, halfen ihnen, sich um- zudrehen, unermüdlich, ja waghalsig bis zur Unklugheit. 13 von ihnen wur-

den selbst in wenigen Tagen dahingerafft.

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