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wieder zu-den Kranken. War dies nicht möglich, dann gaben wir die heilige Kom- munion Laienkrankenpflegern, dem Personal oder den Ärzten. Die heiligen Gestalten wurden den Kranken übergeben, und sie kommunizierten selbst. Unser lothringischer Landsmann Lucien Untereiner aus Metz und viele andere Laien spendeten Kran- ken und Gesunden die heilige Kommunion. Einen besonders heiligen Eifer zeigte auch unser heutiger Armeeminister Edmond Michelet. So brachte er oft dem kranken Bischof Msgr. Piguet die heilige Hostie ins Spital und wirkte auch in andern Fällen als Tarzisius. Ein kranker Kamerad riß aus dem Fenster des Waschraumes ein kleines Stück Glas unten an der Ecke heraus. Ich selbst schlich mich oft vorsichtig heran und reichte ihm durch diese Offnung für Sterbende und Gesunde die heiligen Hostien in einem Zigarettenetui.
Jesuitenpater Pereira veröffentlichte im Paulinusblatt im Jahre 1945 einen Artikel mit dem Titel: ‚Christus in Dachau.‘ Er schreibt unter anderem:
‚Die Priester hatten sich im Revier als Pfleger oder Hausl anstellen lassen, ver- richteten dort-die schmutzigsten und niedrigsten Dienste, um den Sterbenden nahe sein zu können. Heiliges Ol und jeweils die heiligen Hostien ließen sie sich von Kameraden des Blocks Nr. 26 ins Revier bringen, natürlich nicht offiziell, sondern im geheimen, und hier muß ich in rühmender Weise besonders die polnischen und französischen Priester erwähnen, die in opfervoller Liebe oft bis zur Hingabe ihres eigenen Lebens für ihre Landsleute sorgten. Ebenso viele von uns deutschen Priestern. Da ist auch mancher Laie ein Tarzisius gewesen, der den Kranken die heilige Kom- munion überbrachte, wenn es unmöglich war, in die eine oder andere Stube einen Priester hinzuschicken. Und Hunderte sind hier eines seligen Todes gestorben..
Wir Geistlichen hörten auch die Beichte der gesunden Kameraden, die darum baten, und reichten ihnen die heilige Kommunion in einem Papier, in einem weißen Tuch oder in einem Etui. Die Priester teilten auch auf dem Appellplatz oftmals in der Dunkelheit die heilige Kommunion aus, während die SS-Leute die anderen Blöcke abzählten.“(Goldschmitt, wie oben.)
8. Licht im Dunkeln
Gemeinsames Leid versöhnt und verbindet
Viel Trauriges und Schauriges mußte schon aus dem KZ Dachau berichtet werden. Aber auch dort„leuchtete mancherlei Lichtlein in der Finsternis“, gab es mancherlei Tröstendes und Erhebendes, wurden viele Gegensätze über- brückt, viel Helfergeist geweckt, ja manche ehrliche und treue Freundschaft geschlossen.
Wie schön ist das Zeugnis, das z.B. Pfarrer Goldschmitt einem Kommu- nisten ausstellt:
„Unser Stubenältester Willy Bader regierte in den Stuben drei und vier wie ein guter Papa. Der kurzgewachsene, breitschultrige Mann mit den ab-
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