maligen Capos des Diakons und Mithäfllinge seiner Kommandos durften der ergreifenden Zeremonie in der Kapelle beiwohnen. Wir anderen Priester blieben wegen Platzmangel draußen und folgten still der heiligen Handlung.
Nach einigen Tagen wieder zu Kraft gekommen, feierte der Neugeweihte am 26. Dezember 1944 seine feierliche Primiz. Da stand der Neugeweihte an dem größten Festtage seines Lebens am Altar, fern der Mutter, fern dem Vater, den Geschwistern und den Freunden. Er weinte, und wir weinten
mit ihm. Bei verschlossener Türe wurden in aller Stille einige Photoaufnah- ; men von dieser Primizfeier in der Kapelle gemacht. So sahen die Eltern 5 wenigstens im Bilde ihren Priestersohn am Primizaltar im KZ von Dachau. Der Neupriester Karl Leisner hat seine Heimat nie wiedergesehen. Er starb ein paar Wochen nach der Befreiung in einer Lungenheilanstalt bei München. A Wie in der Katakombenzeit I, Die polnischen Priester, denen, wie oben gesagt, jede religiöse Betätigung 5 41 im Block verboten war, mußten sich anders behelfen. Sie erbaten sich vom er| Kapellencapo, einem katholischen Geistlichen vom Block 26, Hostien und d ı 3 Wein. Draußen in der Plantage arbeiteten viele polnischen Pfarrer in Ge- 1. wächshäusern. Während einer von ihnen Wache hielt und andere Kameraden ls| sich mit Scheinarbeit beschäftigten, kniete der Polenpriester, der schon am a4 längsten im Lager schmachtete, am Boden, das Gesicht in das Gewächshaus ge- 1- richtet, um den Schein zu erwecken, als jäte er Unkraut. Droben vom Beobach- he tungsturm aus hätten ja die SS-Posten etwas erspähen können. Der kniende nd Priester hatte einen kleinen Tragaltar in den Boden gedrückt, und dort las ig 4 er die hl. Messe. Viele Kameraden eilten herbei, mit Gras oder Pflanzen in n-| der Hand, gleich als ob sie dort etwas zu schaffen hätten. Auch sie knieten a 1 nieder und spendeten sich selber die heilige Kommunion. Nie sind die Polen ide bei einer solchen heiligen Handlung in diesen modernen Katakomben er- in 4 wischt worden. nd Von 1941 bis 1943 stellten die SS-Wächter im Polenpriesterblock aus-= a A gesucht glaubensfeindliches Personal an. Gottesdienst innerhalb des Blocks kam daher nicht in Frage. Nach dem Fall von Stalingrad wurden aber die e Block- und Stubenältesten durch Polenpriester ersetzt. Jetzt zelebrierte in Jet jeder Stube ein Geistlicher morgens vor dem Appell ohne Meßgewand und = ohne Kerzen. Auch polnische Laien wohnten den Gottesdiensten bei. Msgr. gie Piquet zelebrierte im Polenblock seine erste hl. Messe geheim, nur mit der
Stola angetan.


