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Wie war das in Dachau? : Ein Versuch, der Wahrheit näherzukommen / von Johann Neuhäusler
Entstehung
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Die Blockkapelle

Die Zusammenfassung der Geistlichen in einem Block und unbekannte Er- wägungen der Gestapo führten dann dazu, daß für Block 26 die Einrichtung einer Notkapelle gestattet wurde. DieLagerleitung war über dieses Zugeständ- nisan die Pfaffen nicht erbaut, mußte sich aber fügen. Am 20. Januar 1941 war die erste hl. Messe. Der Altar bestand nur aus zwei Tischen, die neben- einander gestellt wurden. Darauf wurden zwei Bett-Tücher, ein kleines Steh- kreuz, zwei armselige Kerzenleuchter mit winzigen Kerzenstummeln, ein Kelch in Miniaturform und ein Meßbüchlein gelegt. Etwa 200 Geistliche stan- den hochbeglückt vor dem Altar, als einer der Kameraden in weißem Meß- gewand das hl. Meßopfer darbrachte.

Christus kam so zu seinen Brüdern ins KZ

Unsere armselige Kapelle, schreibt Pfarrer Goldschmitt inZeugen des Abendlandes, S. 42, wandelte sich nach und nach in ein würdiges Gotteshaus um. Die Priesterhäftlingeorganisierten einen Altar mit Tabernakel, ein schönes Christusbild, Leuchter, Statuen und schließlich gar einen schmucken Kreuzweg. Neben unserer einfachen, ganz hölzernen Monstranz hatten wir auch eine andere für die hohen Festtage. In ihr glänzten die Einlagen wie reinstes Silber! Es war aber nur Blech aus alten Konservendosen. Ein öster- reichischer Kommunist rühmt sich mit Recht, diesen Kultusgegenstand in der Schreinerei unter den Augen der SS-Männer geheim hergestellt zu haben.

Anfangs durfte täglich nur eine Messe gelesen werden, und zwar immer nur von demselben Geistlichen, einem früheren polnischen Militärpfarrer. Die anwesenden Geistlichen beteten halblaut mit dem Zelebranten: Jeder hielt eine kleine Hostie in Händen und spendete sie sich auch selber. Feier- liche Gottesdienste blieben verboten, ebenso jede religiöse Betätigung außer- halb der Kapelle. Tagsüber durfte man die Kapelle nicht betreten,

Nichtdeutsche aus der Kapelle ausgewiesen

Im Oktober 1941 wurden alle nichtdeutschen Geistlichen aus dem Block 26 herausgenommen und in den danebenliegenden Block 28 gebracht(Polen, Holländer, Luxemburger, Belgier usw.). Um den Block 26 legte man einen Drahtverhau mit einem Wachposten. Damit die nicht reichsdeutschen Geist- lichen vom Nachbarblock nicht einmal in die Kapelle schauen konnten, wur- den die Kapellenfenster noch eigens mit dicker weißer Farbe bestrichen. Der Kommandant verbot den Insassen des Blockes 28 sogar jede religiöse Praxis

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