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Wie war das in Dachau? : Ein Versuch, der Wahrheit näherzukommen / von Johann Neuhäusler
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leicht zum physischen Zusammenbruch, raubte einem guten Gefangenen das Selbstgefühl und machte ihn zum Kandidaten für das Krematorium. Zum Revier kamen nur solche Gefangene, denen man auf den ersten Blick die Krankheit ansah, d. h. die zu 80/o unheilbar krank waren.

Sonderbare Gesundheitsmaßnahme

Ebenfalls mit Schikanen verbunden waren die von Zeit zu Zeit durch- geführten sogenannten Entlausungen und Desinfizierungen der Blöcke. Diese geschahen oft im Winter, und zwar auf die Weise, daß die Gefangenen sich im Block vollständig entkleiden mußten, dort ihre ganze Bekleidung ließen und dann im Schnee 300 m weit zum Waschraum marschierten, wo sie den ganzen Tag blieben. In dieser Zeit führte man mit Hilfe von besonderen Apparaten und Mitteln in den Blöcken die Desinfizierung durch. Nach dem Bade kehr- ten die Gefangenen zum Block zurück; viele büßten dabei ihre Gesundheit ein.

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Schmalhans war Koch

Eines der wichtigsten Probleme im Lager war die Ernährungsfrage der Gefangenen. In der Zeit, da die Nazis auf der Höhe ihrer Macht standen, in den unterjochten Ländern Magazine plünderten und aus dem vollen lebten, starben im Lager Menschen vor Hunger. Das Aushungern der Ge- fangenen geschah so tückisch, so konsequent und systematisch, daß es einem noch jetzt beim Gedanken daran kalt über den Rücken läuft. An Tagen, an welchen das Lager Besuch hatte, wurde die Speisekarte zugunsten der Ge- fangenen geändert; dies hatte aber zur Folge, daß man an den darauffolgen- den Tagen wieder durch Abzug einsparte. Dies zeigt aber auch, daß die SS-Lagerleitung darauf achtete, selbst vor ihresgleichen die schlechten Er- nährungsbedingungen der Lagergefangenen zu verbergen.

Die Maschine braucht Kraftstoff

Freilich gab es Zeiten, besonders nach der Niederlage von Stalingrad, in denen im Lager eine gewisse Besserung der Ernährungsbedingungen erfolgte. Diese geschah aber nicht etwa aus Liebe zu den Gefangenen, sondern nur mit Rücksicht auf die Notwendigkeit, größere Gefangenentransporte für die Rüstungsbetriebe und Fabriken abstellen zu können. Zu diesem Zweck suchte\ man die ausgehungerten Gefangenen wieder mit besserem Essen zu Kräften zu bringen. Im Lager Dachau selbst hielt man hauptsächlich Fachleute für' Metall- und Holzarbeiten zurück; alle anderen wurden in verschiedene Lager 4

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