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seine Binde als Lagerältester vom Arm und legte sie auf den Bock, auf dem er den Mitgefangenen züchtigen sollte. Daraufhin wurde er sofort als Lagerältester ab- gesetzt, in den Arrest ins Hauptlager gebracht, selbst mit 25 Hieben bestraft und schließlich strafweise nach Flossenbürg verbracht.
Blockschreiber
Alle Verwaltungsangelegenheiten des Blockes ruhten auf den Schultern des Blockschreibers. Dazu gehörten Rapporte über den Bestand und die Ernäh- rung, Listen, Post, Vermittlung usw. Der Blockschreiber war Untergebener des Lagerschreibstubenführers, von dem er alle Befehle und Aufträge erhielt. Die gefangenen Funktionäre wurden wie die anderen Häftlinge behandelt. Die SS sah in ihnen nämlich nur Geschöpfe, denen es nicht erlaubt war, selb- ständig zu denken; für das geringste Vergehen wurden sie an Ort und Stelle geohrfeigt bzw. auf verschiedene Weise bestraft, wie es im Lager üblich war.
Nach der Befreiung fertigte man in der Lagerschreibstube Listen der ver- storbenen Gefangenen für die ganze Zeit des Lagerbestehens, Ausweise für die Gefangenen und andere Statistiken und Zusammenstellungen an.
Die Gefangenen, die in der Lagerschreibstube waren und die Funktionen der Blockschreiber ausübten, waren zu 80° Leute, die die Mitgefangenen in jeder Lage zu retten versuchten und, wo sie nur konnten, ihnen Erleichte- rungen schafften, wobei sie nicht auf Nationalität, politische Überzeugung usw. achteten. Dabei prallten sie häufig sogar mit der SS-Behörde und den Block- und Lagerältesten zusammen. Im Laufe der Jahre gewannen die ver- schiedenen Lagerfunktionäre auf Grund der schwierigen Lage an den Fronten solchen Einfluß, daß es ihnen gelang, Hunderte von Gefangenen zu retten. Der Verwaltungsapparat im Lager, der sich aus Gefangenen zusammen- setzte, funktionierte so im allgemeinen sehr gut. Die zweimal täglich durch- geführten Appelle mußten bis auf den Mann stimmen.
Revierleiter
Eine getrennte, automatische Verwaltungseinheit war das Revier, dem Haupt-SS-Arzt unterstellt und der Kontrolle des Lagerführers entzogen.
An der Spitze des Reviers stand der Reviercapo. In den Jahren 1940-1942 war es der Gefangene H., der die Mitgefangenen oft bestialisch behan- delte. Zugleich mit einer auserlesenen Bande unmenschlicher Pfleger war er gleichsam das Ausführungsorgan(Exekutionskommission) der SS und er- ledigte die Gefangenen nach allen Regeln der Henkerskunst. Gefangene, die in noch nicht völlig hoffnungslosem Zustand ärztliche Hilfe suchten, brachte er durch Schläge so weit, daß sie für die Aufnahme ins Revier reif waren.
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