Wie„fachgemäß“ die Gefangenen ärztlich behandelt wurden, mag folgendes Bei-
spiel zeigen: Zwei Kameraden schleppten einen kranken Mitgefangenen ins Revier, gen der nicht mit eigenen Kräften zur Ambulanz gehen konnte. Auf der Schwelle, wur- 1 den diese drei von H. empfangen. Es waren Polen. Einer der Kameraden be- ä gann in gebrochenem Deutsch zu erklären, daß sie einen kranken Mitgefangenen 4 brü brächten, der nicht aus eigenen Kräften ins Revier kommen könne, H. begann#ı P seine„ärztliche Behandlung“ damit, daß er den Kranken flüchtig untersuchte und\ ei dabei laut schrie und behauptete, daß dieser Kranke recht wohl imstande sei, mit a eigenen Kräften zu gehen. Er überzeugte die zwei Helfer davon, daß er sich noch rika bewegen könne, indem er den Kranken schlug und trat. Der kranke Gefangene] konnte die ihm zugefügte Tortur nicht mehr aushalten, erlangte das Bewußtsein 1 wieder und floh mit den letzten Kräften aus dem Revier und begab sich zum Block, m wo er am Ofen„ruhig“ seine Seele aushauchte. H. faßte nun einen der Kame-| el raden, die den Kranken gebracht hatten, mißhandelte, schlug ihn und behauptete, war daß sie vorgehabt hätten, ihn zu belügen, da sie einen gesunden Menschen ins Revier dan gebracht hätten. Nach dieser Mißhandlung wurde auch der bis dahin gesunde Ka- h merad reif für das Revier. f Jud
Auch hier darf nicht verschwiegen werden, daß es auch unter den Revier- ve leitern und Revierpflegern nicht an Männern fehlte, die aufopferungsvollst die und fürsorglichst für die Kranken tätig waren.| shi :: Si
Revierschreibstube
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Die Verwaltungsangelegenheiten des Reviers erledigte die Revierschreib- Hur stube, wobei sie sich mit der Lagerschreibstube in Verbindung setzte, beson- Wol ders bezüglich der Angelegenheiten in Bestands- und Lebensmittelrapporten. vor
Schreibstube für Arbeitseinsatz
Eine wichtige Rolle spielte auch die Schreibstube des Arbeitseinsatzes. Die D dort beschäftigten Gefangenen führten alphabetische Listen mit Nummern, Hi Beruf und zugeteilten Arbeitsgruppen und-kommandos. Sie taten auch alles, e was in ihrer Macht stand, um die Kameraden vor verschiedenen Schikanen un von seiten einzelner Capos zu bewahren. 1935 1936
1937
1938
4. KZ Dachau- Insassen 1939 „Wer zählt die Völker, nennt die Namen, Al
die gastlich hier zusammenkamen?“ möchte man dem Dichter nachsprechen, das Wort„gastlich“ freilich sofort|| in„traurig“ verwandelnd. Im Laufe der Jahre wurden es so viele, daß man E Bi 1 22


