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Wie war das in Dachau? : Ein Versuch, der Wahrheit näherzukommen / von Johann Neuhäusler
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die Kameradschaflichkeit gebührend anzuerkennen, stoßen die wüsten Kerle je zwei Kameraden gegeneinander, so daß die Köpfe blutig aufeinanderprallen. Dann schreiten die Henkersknechte durch die Reihen und schlagen den Gefangenen mit der Faust ins Gesicht. ‚Hättet ihr euch selbst geschlagen, wäret ihr besser davon- gekommen, meint einer mit frechem Hohn. Neuer Befehl: ‚Wieder in zwei Reihen mit Gesichtern gegeneinander aufstellen. Einer spucke dem andern ins Antlitz! Kein Mensch gehorcht. Die Pistolen werden entsichert. ‚Zum letztenmal befehle ich, euch gegenseitig anzuspucken.... Nun bespeien sich einige, aber kaum bemerkbar. Da treten die SS-Schweine vor und schleudern den Häftlingen dicke Fladen Spucke ins Gesicht. Gegenseitig müssen sich nun die Kameraden sauberlecken.

Vernehmungsführer

Man müßte noch ein Wort über den Vernehmungsführer B. sagen, der den Lagerführern unterstellt war. Er zeichnete sich durch seinen besonderen Eifer aus und verlangte wiederholt Todesurteile für sogenannteSabotagen. B. bediente sich im Lager eines Asozialen alsVertrauensgefangenen, der alles berichtete, was man in den Blockstuben sprach und tat und zur Bestra- fung vieler Mitgefangener beitrug.

Lagerälteste

Weder die Rapportführer noch Blockführer hielten sich ständig im Lager auf; sie wohnten außerhalb des Lagerbereiches. Aus verständlichen Gründen war aber immer ein dazu bestimmter Lagerältester im Lager anwesend, ein Gefangener, der Vorgesetzter der Blockältesten war. Tausende von Tragö- dien, Plünderungen, Morden und Intrigen waren das Werk eben dieser

Ältesten. Blockälteste

Wie neben dem Lagerführer ein Lagerältester war, so stand dem Block- führer ein Blockältester zur Seite, der seinerseits wieder vier Stubenälteste unter sich hatte. Durch die Lager- und Blockältesten gingen sowohl die Be- fehle allgemeinen Charakters bezüglich der Ordnung sowie auch die Rund- schreiben des Lagerführers weiter. Viele von ihnen waren leider Verbrecher im wahrsten Sinn des Wortes.

Doch gab es auch unter ihnen Männer, die sich ganz und gar solidarisch mit den Häftlingen fühlten und in jeder Weise für ihre Interessen eintraten, z.B. Scherer und ganz besonders Karl Wagner.

Für letzteren ist folgendes bezeichnend: Als er 1944 Lagerältester im Außenlager

Allach war, wollte ihn der Lagerführer J. vor allen Häftlingen zwingen, an einem Mitgefangenen die Prügelstrafe öffentlich zu vollziehen. Wagner weigerte sich, nahm

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