fügige Vergehen und ohne die geringste Verteidigungsmöglichkeit oder Er- klärung. Vor allem liebte er das Bestrafen am Pfahl(im Lager„Baum“ genannt) und die Züchtigung mit mindestens 25 Peitschenschlägen.
Rapportführer
Einer der wichtigsten Helfer des Lagerführers war der Rapportführer, der für die Anfertigung der Bestandsmeldungen verantwortlich war und die Befehle und Anordnungen des Lagerführers ausführte. Er kam auch un- mittelbar mit den Gefangenen in Berührung. Geradezu„Lagerbestien“ nennt Domagala einige der Rapportführer. Sie hatten ihre Freude daran, die Ge- fangenen überall und bei jeder Gelegenheit zu schikanieren. Das Schlagen, Treten und Mißhandeln derselben war bei ihnen an der Tagesordnung.
Wichtige Werkzeuge dieser Lager- und Rapportführer waren manche Blockführer.
Bis zum Jahr 1940 wurden sie aus besonderen Vertrauten der SS genommen. Im Laufe der Zeit wurden sie dann sogar in den Offiziersrang erhoben, und sie übten die Funktionen der Lagerführer aus. An ihre Stelle kamen gegen Ende des Jahres 1944 Unteroffiziere, die nicht mehr für den Frontdienst tauglich waren. Sie schlossen oft mit den Gefangenen Freundschaft, besonders dann, wenn man ihnen verschiedene Lebensmittel aus den erhaltenen Paketen gab. Sie standen zum Teil sogar in Opposition zur SS. Trotzdem waren 80/o von ihnen diensteifrige„Radfahrer“. Nach oben sich duckend, nach unten tretend.
Ein Beispiel für den Sadismus, mit dem Blockführer die Verspottung und Ent- würdigung von Häftlingen betreiben konnten, erzählt E. Michelet(Die Straße der Freiheit, S. 137): Dem Polizeioffizier Hauptmann Veyssieres beließ die SS bei seiner Ankunft Mütze und Degengehäng. Eines Tages nahm ihm der Blockführer gelegentlich des„Duschens“ all seine Habseligkeiten weg. Als er ganz nackt war und nur noch diese zwei Nebensächlichkeiten hatte, begann sofort die Verspottung: zehnmal, ja zwanzigmal mußte Veyssieres die Front der bestürzten Häftlinge ab- laufen.„Schnell, schnell“, rief der SS-Mann und begann in Lachen auszubrechen und schlug sich vor Freude auf die Schenkel. Zuletzt, als Vayssieres nicht mehr konnte, warf er sich voll Wut und Scham vor seine Kameraden, die mit verbissenen Zähnen dastanden.
Ein anderes Beispiel des Sadismus berichtet Goldschmitt(S. 30):„Nicht selten hörten wir von folgender ekelerregenden Mißhandlung. Erster Befehl: ‚Im Lauf- schritt antreten!‘ Im Vorbeigehen gibt’s schon reichlich Fußtritte. Zweiter Befehl: ‚In zwei Reihen antreten, Gesichter einander zukehren! Stillgestanden! Haut euch gegenseitig in die Fresse!‘ Keiner tat es, ‚Wird’s bald?‘ Niemand rührt sich. Statt
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