Druckschrift 
Das Tagebuch des Dawid Rubinowicz / [übers. von Stanislaw Zyliński]
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen

schuld ist. Er läßt sagen, ihm nur Essen von zu

Hause zu schicken, kein Geld, weil im Lager alles

so teuer ist. Er fragt nach allem, ob wir Holz haben,. ob wir noch Kartoffeln haben und ob wir, was Gott verhüten möge, nicht hungern. Er fragt, wo wir nur für alles das Geld hernehmen, und wenn er wüßte, daß wir alles haben, was wir brauchen, dann würde er beruhigt sein, aber so denke er nur die ganze Nacht darüber nach und könne nicht

schlafen. Er will unbedingt, daß wir ihm dieses ee Geld schicken, weil er sich dort schon alles allein/ besser erledigen kann. Wenn er in der vorigen f

Woche das Geld gehabt hätte, dann wäre er mit

dem zweiten Transport nach Hause gekommen. Der

Vater schreibt, daß er jeden Tag Briefe schicke,

aber wir nicht antworten. So schreibt er, aber wir|

haben keinen einzigen Brief per Post erhalten.

Heute werden wir sicher einen Brief bekommen.

Ich habe ihm gleich einen Brief geschrieben und

in den Briefkasten gesteckt, weil die Post gerade

kam. Der Briefträger gab uns einen Brief vom Va-

ter und danach zwei Postkarten. In dem Brief und/

den Postkarten schreibt er dasselbe wie im frühe-.

ren Brief, nur im Brief schreibt er, ob es uns mit

ihm und seiner Nervosität besser wäre oder ohne

ihn. Die Mutter hat sofort nach Suchedniöw tele- 113 foniert und gesagt, dieses Geld gleich dem Vater