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Das Tagebuch des Dawid Rubinowicz / [übers. von Stanislaw Zyliński]
Entstehung
Seite
22
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99 das Getöse vom ganzen Tag verstanden.

Hause gerannt, ob sie schon da waren. Vielleicht nach einer halben Stunde kamen sie. Man kann sich vorstellen, wie groß die Freude war, als wir sie sahen. Papa erzählte, wie es ihnen im Gefängnis gegangen ist, wer ihnen genug Essen gegeben hat, alles hat er uns genau erzählt.

18. Juni: Gestern habe ich vergessen aufzuschrei- ben, wie Zelman zu uns kam und erzählte, daß alle verhaftet wurden, aber daß sie, Gott sei Dank, zu- rück sind. Nach dem Gestrigen fühlte ich mich ir- gendwie gestärkt. In diesen paar Tagen habe ich so viel Kraft verloren, daß ich nicht weiß, ob ich sie in 3 Monaten wiederbekomme.

20. Juni: Wir waren im Wald Holz holen. Angenehm war es im Wald, ich habe drei Pilze gefunden, und jeder nahm ein Bündel Reisig mit.

22. Juni: Es war noch dunkel, als Vater uns alle weckte und sagte, wir sollten horchen, was für ein furchtbares Getöse von Nordosten kam. Das war so ein Getöse, daß die Erde bebte. Den ganzen Tag war das Donnern zu hören. Gegen Abend kamen Juden aus Kielce vorbei und sagten, daß Sowjetrußland mit den Deutschen Krieg führt, und da erst habe ich