doch gewaltig sein, wie in anderen Städten, wo sol-
che Viertel sind. Der Onkel kam heute aus Kielce, zu beraten, was er tun soll. Der Papa sagte ihm, er soll vorläufig kommen, was wir tun werden, das macht er auch. Also ging er, ein Fuhrwerk für mor- gen zu bestellen.
Es stimmt, daß der Stadtkommandant von Kielce, Hans Drechsel, gestützt auf eine allgemeine Ver- fügung des Distriktchefs von Radom, Karl Lasch, am 31. März 1941 angeordnet hat, ein Judenviertel in Kielce zu bilden. Punkt 4 der Anordnung Drech- sels lautet:„Die außerhalb des Judenviertels woh- nenden Juden haben bis Sonnabend, den 5. April, 12 Uhr mittags in das Judenviertel umzuziehen.“ In Punkt 5 heißt es warnend:„Juden, die bis zum angegebenen Termin nicht in das Judenviertel um- gezogen sind, werden zwangsweise aus der Stadt Kielce ausgesiedelt. Bei dieser zwangsweisen Aus- siedelung wird es ihnen verboten sein, Möbel, Wa- renvorräte usw. mitzunehmen.“
2. April: Frühmorgens war der Onkel nach Kielce gefahren, die Sachen zu holen, die dort sind. Den ganzen Tag fuhren und fuhren die Fuhrwerke mit Sachen. Die mit ihnen fuhren, waren verweint und 16 hatten zu nichts Lust. Der Onkel sollte gegen 3 Uhr


