gast wurden, ohne daß sie, bis auf einen einzigen Fall, Widerstand geleistet hatten. Sie glaubten sich zu den letzten europäischen Juden gehörend. Wenn sie ihre Ver- gasung schon nicht verhindern konnten, wollten sie ihren Tod jedoch keinesfalls kampflos hinnehmen. Diese Menschen nahmen wir in unsere Widerstandsorgani- sation auf, und sie zeigten sich dessen später auch würdig. Die vier tapferen Mädchen, von deren Wirken und Sterben ich an anderer Stelle berichten werde, ent- stammten dieser Gruppe.
Eine weitere Gruppe, die etwa 120 Häftlinge um- faßte und die ihre Basis hauptsächlich im sogenannten Bauhof hatte, schloß sich ebenfalls unserem Kampf an. Zu ihr gehörten Sozialisten, Kommunisten und viele Parteilose. Des weiteren kamen im Laufe der Zeit noch eine Reihe kleinerer Gruppen hinzu.
Sicherlich gab es bis zum Schluß noch selbständig arbeitende Gruppen, mit denen wir keine Verbindung hatten. Die wesentlichsten waren aber im Stammlager Auschwitz die Widerstandskräfte, die jedoch in unserer Organisation vereinigt waren. Sie umfaßte zum Schluß eine große Anzahl von Häftlingen, was bei dem un- geheuren Terror und der Zusammensetzung unserer Organisation aus vielen Nationen sehr viel bedeuten will.
Umstellung in der Organisation
Nachdem unsere Widerstandsbewegung so stark an- gewachsen war, mußten wir sicherheitshalber neue Orga- nisationsformen wählen. Deshalb wurden selbständige französische und belgische Gruppen gebildet. Der fran- zösischen widmete sich der ungarische Kommunist Arbert Haas, der lange Zeit in Frankreich gelebt hatte, und der belgischen Gruppe der belgische Kommunist Berliner. Für mehrere Arbeitsstätten übernahm jeweils ein Kame-
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