witz noch Steinhäuser verhanden waren, gab es in Birkenau, dem bedeutendsten Konzentrationspunkt im Lagersystem von Auschwitz, zur Unterbringung der Häft- linge nur Baracken. Mit einer Länge von etwa 40 m waren die Baracken wie Pferdeställe gebaut mit auf Pfählen errichteten Lagerstätten aus Brettern in drei Etagen. Wenn die Häftlinge Glück hatten, fanden sie etwas Stroh vor. In den meisten Fällen war dies jedoch nicht der Fall, so daß die Gefangenen die Nächte häufig auf kahlen Brettern verbringen mußten.
Die Baracken, im Durchschnitt für 200 bis 300 Häft- linge bestimmt, hatten nicht selten tatsächliche Belegungs- zahlen von 1000 bis 1200 Personen aufzuweisen. Kaum eine Nacht verging dort, in der nicht Häftlinge an all- gemeiner Erschöpfung starben. Zweifellos waren auch diese Unterkünfte Seuchenherde.
Bekleidung
Bei ihrer Ankunft im Lager bekamen die Häftlinge den bekannten gestreiften Drillichanzug, ein Hemd, eine Mütze und Holzschuhe; Strümpfe gab es nicht. In günsti- gen Fällen konnten sie in den Jahren 1943 und 1944 nach sechs bis acht Wochen den Hemdenfetzen gegen einen anderen eintauschen.
Besonders schlecht erging es den weiblichen Häftlingen. Entweder bekamen sie die gestreifte Häftlingskleidung wie die Männer oder graue zerfetzte Kleider; in nicht wenigen Fällen erhielten sie aber auch die Drillich- kleidung ermordeter sowjetischer Kriegsgefangener. Irgendwelche hygienischen Mittel für die Zeit der Men- struation waren nicht vorgesehen. Rücksichtslos war ihre im allgemeinen schwächere Konstitution den Unmensch- lichkeiten des Lagerlebens ausgesetzt.
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