Decke gestapelt wurden, und die Abdrücke ihrer Füße an den ge- kalkten Wänden, die Maschine, die die Knochen zu Dünger für die Äcker der Umgegend zermahlte, und dann der Raum, in dem die Asche gelagert wurde.
Wenn der Besucher durch diese Räume ging und seinen Blick über den Schauplatz so unermeßlicher Leiden und Tragödien wandern ließ, vermeinte er fast, den Geruch verwesender Leichen und bren- nenden Fleisches wahrzunehmen, und wenn er dann in die reine frische Luft hinaustrat und die Augen zum Himmel aufschlug, um die beklemmende Vision des Bösen abzuschütteln— was erblickte er da? Ein kleines künstliches Vogelnest, das irgendein schizophrener SS-Mann an einer Stange auf dem Dach des Krematoriums befestigt hatte.
Da erst konnte er begreifen, wie es möglich war, daß die Nation, die der Welt Goethe und Beethoven, Schiller und Schumann schenkte, ihr auch Auschwitz und Belsen, Ravensbrück und Dachau bot.


