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Nazipartei vertraut zu machen; 1938 wurde sie zu einer natürlichen Rekrutierungsbasis für die SS ausgebaut. Den Auftakt dazu bildete die Einrichtung des Streifendienstes, der faktisch eine eigene Polizei der HJ darstellte. In einer Vereinbarung über die Organisierung des Streifendienstes legten Himmler und von Schirach fest, daß er ähn- liche Aufgaben wie die SS erfüllen und als„Sondereinheit zur Sicher- stellung des Nachwuchses für die Allgemeine SS“ aufgebaut werden sollte. Auch Rekruten für die Totenkopfverbände der Waffen-SS und für die Junkerschulen sollten aus den Reihen des Streifendienstes gewonnen werden. Damit begann die schrittweise Militarisierung der HJ. Sie wurde nach militärischen Gesichtspunkten organisiert; man führte militärähnliche Ränge ein, und im August 1939 stellte Keitel fest, es würden bereits jährlich 30 000 HJ-Führer im Felddienst aus- gebildet. Eine Vereinbarung mit der Wehrmacht werde es ermög- lichen, die Zahl zu verdoppeln.
Durch diese Ausbildung sollte erreicht werden,„daß sich ein Ge- wehr in den Händen eines deutschen Jungen ebenso natürlich anfühlt wie eine Feder“, wie von Schirachs Stellvertreter einmal sagte.
Während des Krieges, der dieser Vereinbarung auf dem Fuße folgte, begingen Tausende ehemaliger HJ-Mitglieder, die nun in der Waffen-SS dienten, überall in den besetzten Gebieten Kriegsver- brechen wie die Massaker von Oradour-sur-Gläne und Paradis. Viele Tausend weitere blutrünstige Strolche brannten darauf, die Stelle der Gefallenen einzunehmen.
Das waren die Instrumente der Hitlertyrannei. Das ganze Buch hindurch werden uns ihre Namen und Untaten immer wieder begeg- nen. Sie waren die Fäden in dem riesigen Gespinst der Nazikriegs- verbrechen. Sie standen hinter jeder Bestialität, hinter jeder Bru- talität. Himmler konnte mit Recht stolz auf sie sein, und Europa hatte allen Grund, sie zu fürchten.


