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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
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Ich drehte mich mit dem Gesicht zu Brill:„Was machen wir weiter?“ Er antwortete mir:„Ich will mein Leben loswerden“ und ging zum Erzählen seiner Erlebnisse vom heutigen Tag über. Er erzählte langsam, als sähe er immerfort jemanden vor sich, Er versuchte sich ins Bewußtsein zu bringen, ob er — er selbst sei. Jedem Wort fügte er ein langes, tiefes„Oh“ hinzu. Er brach auch häufig mitten im Wort ab, schluckte etwas hinunter, und dann, anstatt das Wort zu Ende zu sprechen, setzte er noch ein„Oh“ hinzu.

„Ich habe in der Firma ‚Federn-Daunen‘ in der Zrödlana- straße Nr. 5 zusammen mit meinen Töchtern gearbeitet. Eine war siebzehn Jahre alt, die andere fünfzehn. Seit der Liqui- dierung des Ghettos waren wir in dieser Firma verborgen. Nach einigen Tagen nahm uns der Direktor alles weg. Die Gestapo kam, und wir wurden dem Konzentrationslager aus- geliefert. Hier steckte man uns, mich und meine Kinder (lange Pause), ins Todesgefängnis. Das war vorgestern, und heute hat man uns mit euch auf die Piaski geführt und mich von meinen Töchtern getrennt.“(Pause)

„Wie alle anderen ging auch ich nach unten in die Schlucht. Nach einigen zehn Minuten suchte man mehrere Leute aus, unter ihnen auch mich, und führte uns zu der Stelle, wo wir morgens die übrigen zurückgelassen hatten.(Pause) Und dort— dort(ein Seufzer voll schrecklichen Wehs) lagen schon alle erschossen, auch meine Töchter. Was waren das für Töchter! Hübsche blonde, intelligente Mädchen— was hatte ich nicht alles für sie getan... Man befahl uns, Feuer zu machen, und wir warfen alle Leichen ins Feuer. Unter ihnen auch meine beiden Töchter...“

Er sprach noch weiter, jammerte, stöhnte und warf die Hände und Beine hin und her wie ein Wahnsinniger, aber ich hörte ihm nicht mehr zu. Wie konnte ich ihm denn helfen?

Die Nacht brach herein, es goß in Strömen. Es war finster. In unserer Baracke war es still, alle schliefen. Man hörte, wie

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