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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
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von 17 Metern. Hier setzten wir uns in Fünferreihen auf die Erde oder vielmehr in den Schmutz, die Beine nach Türkenart unter den Körper gezogen.

Ich überlegte, ob man hier nicht sofort eine Flucht versuchen sollte, indem man sich unter die Baracke verkroch. Nein! Ich fand, daß es besser wäre, in später Nacht, wenn wir allein sein würden, ein Brett im Fußboden loszutrennen und unter die Barackezu verduften, denn möglicherweise würde die Wache nicht während der ganzen Nacht bei uns bleiben, sondern uns nur einschließen und fortgehen.

Ein Schupo ging Waschwasser holen. Wir saßen da, und aus dem zweiten und dritten Teil der Baracke schauten durch die vergitterten Fenster erschrockene, rotbläuliche und geschwol- lene Gesichter mit blau unterlaufenen Augen heraus. Das waren Menschen, die von derarischen Seite hergebracht worden waren, das heißt solche, die sich in der Stadt ver- steckt gehalten hatten. Solche brachte man ins Lager. Im Lager wurde dann eine Untersuchung unter schrecklichen Torturen durchgeführt, indem man ihnen z. B. ein Messer in die Brust oder in den Rücken jagte, sie bis zur Bewußtlosig- keit schlug. Wenn das Opfer fast schon leblos auf die Erde fiel, kam man ihm zu Hilfe, und wenn es das Bewußtsein wiedererlangte, wurde es weitergeschlagen. In dieser Zeit brachte ein SS-Mann im Range eines Scharführers, ein großer, hagerer einarmiger Kerl namens Heine, einen starken, gro- ßen und elegant gekleideten Mann an. Er war dermaßen zer- schlagen, daß sein Gesicht bis zur völligen Unkenntlichkeit verunstaltet war. Der SS-Mann Heine war jedem als der schlimmste Sadist bekannt. Sein größtes Vergnügen war, einen Menschen zu schlagen, solange er einen Funken Leben zeigte. Er nahm im Lager die Stelle eines Untersuchungsrich- ters ein.

Der Schupo kam zurück, hinter ihm gingen Frauen mit Eimern voll Wasser. Das waren Ordnerinnen aus den Frauen-

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