MAHN- UND GEDENKSTÄTTE RAVENSBRÜCK
Am 12. September 1959 wurde die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück feierlich eingeweiht. Das Komitee für die Einweihung hatte aufgerufen:
„Macht die Einweihung zu einer internationalen Manifestation der Verbundenheit aller Völker, die in Frieden und Freundschaft miteinander leben wollen! Sichert das Glück der Menschheit, die frohe Zukunft der Kinder vor einem verheerenden Atomkrieg!“
Diesem Ruf waren 1700 Männer und Frauen aus 22 europäischen Ländern und aus Westdeutschland sowie 70000 Männer, Frauen und Jugendliche aus allen Teilen der Deutschen Demokratischen Republik gefolgt. Unter ihnen befanden sich Menschen der ver- schiedensten Weltanschauungen und viele hervor- ragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Aus Italien waren offizielle Abordnungen der Städte Turin, Modena und Bologna erschienen, aus England Stadt- räte und Vertreter der Bergarbeitergewerkschaft von Süd-Wales. Frau Simone Lehouk-Gerbehaye kam als ehemaliger Ravensbrück-Häftling und Mitglied des belgischen Senats. Eslanda Robeson, eine bekannte Schriftstellerin und Anthropologin, Frau des welt- berühmten Sängers Paul Robeson, überbrachte die Grüße der friedliebenden Menschen Amerikas. Die Königin-Mutter von Belgien sandte mit einem herr- lichen Kranz eine ergreifende Botschaft.
Die meisten Gäste aus Westdeutschland und aus dem Ausland hatten bittere Jahre in den Gefäng- nissen, Zuchthäusern und Konzentrationslagern des faschistischen Deutschlands verbracht, hatten gemein- sam mit ihren deutschen Kameradinnen gelitten und heroisch gekämpft. Viele von ihnen verloren alle ihre Angehörigen. So mancher unter den Gästen aus dem
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