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Die Frauen von Ravensbrück / herausgegeben vom Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik ; zusammengestellt und bearbeitet von Erika Buchmann
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DIE BEFREIUNG RAVENSBRÜCKS

Frühjahr 1945. Unruhe erfüllte die Häftlinge. Sie fieberten der Roten Armee entgegen, die sich Tag für Tag näher an Ravensbrück herankämpfte.

Die SS wurde immer nervöser, ihre Anordnungen wurden immer widerspruchsvoller und unsicherer. Das Lager war in ständiger Bewegung. Transporte kamen und gingen, keiner wußte, wohin. In den Ba- racken herrschten Chaos und Hunger.

Plötzlich geschahen fast unglaubliche Dinge. Die Häftlinge einiger Nationen erhielten Pakete des Inter- nationalen Roten Kreuzes mit Fett, Zucker, Kaffee, Keksen, Zigaretten. Eine Welle der Solidarität ging durch Ravensbrück. Die SS unterschlug viele Hun- derte Sendungen.

Eines Tages am Ostersonntag wurde in aller Eile ein großer Transport französischer Frauen zu- sammengestellt. Der Kommandant teilte ihnen mit, daß sie in ihre Heimat entlassen würden. Zynisch ver- abschiedete er sie mit der Bemerkung, er hoffe, daß sie nicht allzu schlechte Erinnerungen an ihren Auf- enthalt in Deutschland haben würden! Dieses Ereignis ließ die zurückbleibenden Häftlinge wieder zwischen Furcht und Hoffnung schwanken: Waren die französi- schen Kameradinnen wirklich nach Hause gegangen oder ins Gas?

Noch größere Erregung entstand unter den Frauen, als im April plötzlich weiße Transportautos mit dem Roten Kreuz vor dem Revier vorfuhren. Angst be- herrschte besonders die Kranken, Angst vor neuen Transporten ins Gas. Aber etwas anderes geschah. Silva Salvesen, ein norwegischer Häftling, hatte einen eingehenden Bericht über die katastrophalen Verhält- nisse aus dem Lager schmuggeln können. Zweifellos unter dem Eindruck des nahen Kriegsendes und des Zusammenbruchs der Hitlerherrschaft hatten Verhand-

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