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Die Frauen von Ravensbrück / herausgegeben vom Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik ; zusammengestellt und bearbeitet von Erika Buchmann
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denen, die gekommen waren, Selektionen für Vernich- tungstransporte oder für die Gaskammern vorzuneh- men. Die Häftlinge nahmen oft gegen die Warnenden Stellung, weil sie glaubten, daß sie sich auf die Seite der SS-Ärzte gestellt hätten. Vor der gleichen Schwie- rigkeit standen die Antifaschistinnen, wenn sie wirk- lich kranken Frauen die Aufnahme in einer Revier- baracke verweigern mußten, weil sie wußten, daß dort Selektionen geplant waren.

Die Blockältesten und die Häftlingsärztinnen arbei- teten ständig zusammen. Geplante Visiten der Lager- ärzte in den Krankenblocks wurden aus dem Haupt- revier signalisiert, und die Blockältesten konnten dafür sorgen, daß besonders gefährdete Kranke den Block verließen, ehe der SS-Arzt auftauchte. Umgekehrt wurde aus den Krankenbaracken den Häftlingsärzten Bescheid gegeben, wenn der Arzt Selektionen vorge- nommen hatte, damit diese den Versuch machen konn- ten, wenigstens die eine oder andere Kameradin aus den Listen zu streichen oder ihre Karteikarte zu ver- nichten.

Andere wichtige Verbindungen bestanden zwischen den Widerstandsgruppen im Revier und denen im sogenannten Arbeitseinsatz. Hier wurden die Häft- lingstransporte zusammengestellt, sowohl die für die Rüstungsbetriebe als auch die für die Vernichtungs- lager. Hierher kamen auch die Listen der Häftlinge, die in die Uckermark oder direkt in die Vergasung geschickt werden sollten. Wie vielen Frauen wurde durch die hier beschäftigten antifaschistischen Kame- radinnen das Leben gerettet! Sie standen unter der ständigen Kontrolle eines der gefürchtetsten SS-Män- ner, des Oberscharführers Pflaum, und einer der un- menschlichsten Aufseherinnen von Ravensbrück, Ger- trud Schreiter. Wieviel Mut und wieviel Umsicht ge- hörten dazu, um beispielsweise Töchter aus den von Pflaum aufgestellten Transportlisten wieder zu strei- chen, weil deren Mütter im Lager bleiben sollten. Wie

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