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Die Frauen von Ravensbrück / herausgegeben vom Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik ; zusammengestellt und bearbeitet von Erika Buchmann
Entstehung
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Noch viele Namen ließen sich nennen: die junge Münchener Studentin Sophie Scholl, Hildegard Jada- mowitz, Olga Schottmüller, Grete Walter, Erika von Brockdorff, Marianne Joachim, Mildred Harnack sind einige von ihnen. Sie hatten verschiedene Weltan- schauungen, verschiedene Berufe, unter ihnen waren alte Frauen und junge Mädchen. Sie liebten ihre Män- ner, ihre Kinder, ihre Eltern, sie waren voll Sehn- sucht nach einem Leben in Frieden und Geborgenheit. Es gab in ihrer Gefangenenzeit viele Stunden der Ver- zweiflung, der Verlassenheit, der Mutlosigkeit, und sie alle mußten die furchtbaren Stunden durchleben, in denen ihr Todesurteil und oft auch das Todesurteil der ihnen liebsten Menschen verkündet wurde. Sie wurden in die Todeszellen der Hinrichtungsgefäng- nisse gebracht. Sie sahen die eigene Todesstunde im- mer näher rücken. Sie wußten, daß viele aus den Zellen neben und über ihnen zum Sterben geholt wur- den. Aber alles das konnte diese Heldinnen nicht beu- gen. Sie hatten bewußt gegen Hitler und den Krieg gekämpft, und sie waren bereit, für eine friedliche Zukunft der Menschheit zu sterben.

Häufig hatten die Faschisten keine Rechtsgrundlage für die Verhaftung von Widerstandskämpfern. Oft fanden sich keine Beweise für ihre antifaschistische Tätigkeit. Vielfach nahmen sie auch Mädchen und Frauen in Haft, deren Männer, Söhne oder Brüder sie alsHochverräter suchten und nicht finden konnten. Sippenhaft wurde das genannt. Alle diese Menschen wurden mit einem Schutzhaftbefehl in die Konzentra- tionslager gebracht, manche für Monate, andere für Jahre, viele bis zum Zusammenbruch des faschisti- schen Systems.

Als die Gefängnisse und Zuchthäuser des Dritten

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