EIN SYSTEM GRAUSAMER STRAFEN
Die SS entwickelte in Ravensbrück unter den Lager- kommandanten Kögel und Suhren ein raffiniertes System grausamer Strafen für die geringsten Ver- gehen der Häftlinge gegen die„Lagerordnung“. Je mehr Chaos sie selbst organisierten, um so schonungs- loser bestraften sie die wehrlosen Gefangenen.
Die leichteste, von den Frauen aber trotzdem wegen ihres entwürdigenden Charakters gefürchtete Lager- strafe war das Abschneiden der Kopfhaare. Sie traf unweigerlich jede, die mit einer Laus ins Lager kam. Was kümmerte es die SS, daß die Häftlinge oft wochenlang keine Gelegenheit hatten, sich zu waschen, und oft keinen Kamm besaßen? Haare ab und fertig! Vielen anderen Frauen wurden die Haare regelmäßig einmal im Vierteljahr strafweise abrasiert. Das waren Häftlinge, die wegen eines Verhältnisses mit einem Ausländer ins Lager gekommen waren. Die Ausländer kamen an den Galgen und die Frauen auf Jahre nach Ravensbrück.
Ein anderes Strafmittel der SS war der Entzug des Essens. Manchmal traf er einen ganzen Block, manch- mal alle im Lager anwesenden Häftlinge, meistens ein- zelne. Es gab Essenentzug für eine Mahlzeit, für einen Tag, für mehrere Tage hintereinander oder für zwei, vier oder sechs Sonntage. Der ganze Block der jüdi- schen Frauen erhielt einmal an drei aufeinanderfo!- genden Tagen kein Essen, weil sie heimlich einen Bun- ten Abend durchgeführt hatten. Allen Häftlingen des Lagers wurde Ostern 1942 an sechs Sonntagen Kost- entzug verordnet, weil die Kanalisation, angeblich durch ihr Verschulden, nicht mehr funktionierte. Das eingesparte Fleisch wanderte in die SS-Küche. Es ver- steht sich von selbst, daß der Essenentzug für die ausgehungerten Häftlinge von furchtbarer, oft töd- licher Wirkung war, um so mehr, als er gewöhnlich
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