\FEN
Lager- iniertes n Ver-
raschen, | fertig! Imäßig
waren
einem sländer
mit dem Strafestehen verbunden wurde. Dadurch wollte die SS kontrollieren, ob die Bestrafte nicht etwa von den Kameradinnen Brot oder Suppe erhielt.
Das„Strafestehen“ konnte ebenfalls alle oder ein- zelne Häftlinge treffen, es konnte sich ebensogut über Stunden wie über Tage erstrecken. Täglich standen Häftlinge abends nach schwerster, zehn- bis zwölf- stündiger Arbeit an der Mauer des Zellenbaus, bis die Dunkelheit einbrach, oft völlig durchnäßt. Vielen er- froren dabei Hände und Füße. Ohnmächtige durften nicht aufgehoben, geschweige denn auf ihren Block gebracht werden. Einmal standen sieben Frauen acht Tage hintereinander in brennender Sonnenglut von morgens bis abends. Als eine Zigeunerin geflohen war, standen alle Häftlinge des Lagers, vom Kind bis zur Greisin, von zwei Uhr nachts bis elf Uhr mor- gens, die Strafblockhäftlinge mit kurzen Unterbre- chungen drei Tage und zwei Nächte— bis die Frau wieder gefunden war. Weil zwei Jüdinnen mitein- ander gesprochen hatten, stand der ganze Block al etwa 300 Gefangene, von mittags bis abends bei star- kem Schneetreiben mit dem Gesicht gegen den Wind.
Eine besonders gefürchtete Strafe war die Ein- weisung in den Strafblock, der die Hölle in der Hölle von Ravensbrück war. Durch einen Drahtzaun vom übrigen Lager abgetrennt, saßen hier Häftlinge, die bereits mehrere andere Lagerstrafen hinter sich hat- ten oder besonders schwer bestraft werden sollten, Frauen, die zum zweiten Male ins FKL eingewiesen worden waren, und eine große Anzahl der armen Wesen, die unter den unmenschlichen Verhältnissen des Lagers den Verstand verloren hatten. Die Straf- blockhäftlinge hatten verlängerte Arbeitszeit und fast nie einen freien Tag; sie mußten die schwersten und schmutzigsten Arbeiten verrichten. Sie durften den Strafblock nie verlassen, es sei denn im Arbeitskom- mando. Die bestialischsten Aufseherinnen waren hier eingesetzt. Im Strafblock wurde am meisten geprügelt,
2" 19


