Druckschrift 
Vormarsch im September : Infanterie im Polenfeldzug / Justus Ehrhardt. [Künstler. Ausgestaltung: J. Nordmann]
Entstehung
Seite
68
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einem Arm voll Stroh an der Hecke. Mein letzter Ge⸗ danke ist:Wenn noch mehr Fahrzeuge kommen, fahren sie uns die Beine kaputt, aber dann versinke ich in einen tiefen Schlaf.

Stimmen sind in der Nähe. Rommandos. Ich fahre schlaftrunken hoch. Eine Kadfahrabteilung von dreißig Mann fährt vorüber, erkennt die Fahrzeuge, sieht die schlafenden Soldaten, verstummt und fährt erschrocken weiter. Als sie vorbei sind, kommt mir der Gedanke:Das sind polnische Soldaten in zivil! Ich will etwas rufen,

taumele hoch, da kommt die Abteilung schon wieder zu

rück. Die Wache hat sie angehalten und zurückgeschickt.

In rascher Fahrt jagt sie vorbei. Anhalten? Zu spät.

Ich finde jetzt keine Ruhe mehr. Kehren die Rad⸗ fahrer noch einmal um, weil hier außer den Wachen alles schläft, geschieht ein Unglück. So tappe ich in den grauenden Morgen hinein.

Rehre unentschlossen um, bis ich neben dem Leiter- wagen der Flüchtlinge stehe. Ein Bild des Entsetzens starrt mir unter der Plane entgegen: ein Bind, ein mädchen von vielleicht zwoͤlf Jahren, hält mit erstarrten Fingern die Sand eines jungen Mannes, dahinter liegen auf dem Stroh zwei ältere Männer, regungslos, blutig, tot. Da ist noch einmal das furchtbare Antlitz des Rrieges: Männer, Frauen, Kinder, gehetzt, gequält, gemordet.