Undurchdringlich schwarz lastet die Nacht uber der Welt. Irgendwo in der Ferne weiter zurück blitzt alle drei Minuten Mündungsfeuer auf, ein betäubender Schlag, und dann orgeln und rauschen die schweren Geschosse über das Dorf hinweg in die polnischen Stellungen und Straßen. Ein zorniges Krachen, dumpf drohnend ver⸗ grollt der Aufschlag. Pausenlos hämmert die deutsche Artillerie. wir beiden Posten tasten uns Schritt vor Schritt um das Lager. Die Fahrzeuge heben sich nur als schwache Silhouetten vom Sorizont ab, überall atmen und schnarchen die Soldaten, eng aneinander gerückt. weiße Leuchtkugeln steigen in der Nähe auf, sprühen und verzischen. Der helle Schein spiegelt sich sekundenlang im Stahlhelm auf dem Soldatengrab neben dem Zaun. Das Kreuz steht schwarz und starr wie eine Mahnung. Eine Melodie steigt in der Erinnerung auf:„— dringt Eurer Rosse Traben ins Grab— Viktoria, daß wir gesteget haben, weiß ich, Viktoria!“ Schlaf in Frieden, Ramerad!
zwischen den beiden Strohmieten schlafen die Gffi⸗ ziere des Bataillonsstabes. Ein Celdtelefon summt von zeit zu zeit! Der Funker nimmt mit krächzender Stimme meldungen entgegen, bis zur Bewußtlosigkeit erschöpft liegt er neben dem Apparat. Immer, wenn ihn der Schlaf erreicht hat, tönt der Summer; er hort nicht das


