werden gefüttert und getränkt. Wir lassen uns müde ins Stroh fallen. Otto, unser guter Kamerad, kann noch nicht schlafen. Er klopft seine Mundharmonika auf dem Knie aus, und dann spielt er ein kleines, froͤh⸗ liches Lied. Dabei kann er gar nicht fröhlich sein, nie⸗ mand denkt jetzt zu Sause an ihn, er hat graues Saar und ist doch ganz allein. Aber das kleine Lied spielt er für die schlafenden Rameraden, für uns alle.
Die Wache stapft um die Scheune. Gtto spielt noch leiser:„In der Heimat, in der Seimat, da gibt's ein Wiedersehn..“ Das soll ein Trost sein. Vielleicht gibt es in dieser Welt wirklich noch einmal ein Wiedersehn mit allen unseren Lieben in der Heimat. Stroh knistert. Der Atem der Schläfer wird ruhiger. Ein Sund bellt in der Ferne, und da mischt sich ein wummernder Ton dazwischen. Artilleriefeuer, denke ich, und Otto spielt leise verklingend:„... da gibt's ein Wieder sehn!“
Ein kurzer, traumlos tiefer Schlaf wird zerrissen von dem Ruf:
„Aufstehn! Fertigmachen!“
Wir taumeln hoch. Keiner kann sich an den ver⸗ gangenen Tag erinnern:„Wo sind wir denn?“ So tasten wir uns ins Freie. Die Pferde schnauben uns ent⸗ gegen. Ein Gewirr von Menschen, Fahrzeugen, frem⸗ den Mauern dringt auf uns ein. Schwarz und ver⸗
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