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Vormarsch im September : Infanterie im Polenfeldzug / Justus Ehrhardt. [Künstler. Ausgestaltung: J. Nordmann]
Entstehung
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Der Tag vergeht mit Warten und Sorchen. Immer noch ziehen Kolonnen vorüber, rasch und schweigend. Rein Lied wird gesungen, kaum daß man einmal Be⸗ fehle hort. Unsere Pferde schnauben und werfen die Röpfe fragend herum. Sie bleiben im Geschirr vor den Fahrzeugen, jeden Augenblick kann der Befehl zum Abrücken kommen. Am Waldrand gehen jetzt Geschütze in Stellung. Dunkel und schwer weht die Nacht mit Mebel und Regen über uns hinweg. Die Nässe dringt durch die Uniformen, wir liegen auf Strohbündeln am Straßenrand, husten und frieren. Die Klänge einer Mundharmonika sind in der Nacht doppelt schwer⸗ mütig.

Und wieder marschieren endlose Rolonnen vorbei. Wie seltsam unwirklich alles ist. Manchmal schrecken die manner auf, starren um sich, tasten neben sich. Wir sind nicht mehr zu Sause, irgendwo liegen wir auf einem Acker am Straßenrand, und neben uns marschieren in der regentropfenden Dunkelheit Rolonnen, rollen und knarren Räder, schnauben Pferde. Artillerie, Infante⸗ rie, Maschinengewehre, panzerabwehrkanonen und dann motorisierte Abteilungen. Kein Licht blitzt auf, nicht der kleinste Schein verrät den Aufmarsch. Das kommt heran mit Stampfen und Mahlen, mit Schnau⸗ ben und Wiehern, und dann zieht es an uns vorüber.

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