Zumutung wehren können. Für mich, als jüdischen und da- mit wehrlosen Firmeninhaber, bedeutete sie nicht mehr und nicht weniger als eine Erpressung. nn; Eine andre Begebenheit, die ein Spaßvogel den«Flaggen- ErBauE zwischenfall» nannte, hätte mich noch teurer zu stehen kom- RE men können, um so mehr, als ich gerade auf Auslandsreise MEET, GE abwesend war. Wie immer wurden während der stillen Zeit, — im August, die Anstreicherarbeiten gemacht, natürlich nach BET IK Geschäftsschluß, und dabei die Regale mit alten Dekorstoffen sn We verhängt. Dazu hatte der Hausbesorger auch die Überreste = Be einer alten schwarz-rot-goldenen Fahne benutzt, deren Zu- stand in nichts mehr an ihren vormaligen Sinn erinnerte, SEIT und sie freilich bedachtsam in einer von der Straße her nicht )a warn einsehbaren Ecke verwendet. Dennoch gewahrte der Haus- er Kızmi meister, als er vom Abendschoppen zurückkehrte, einen dro- Dar henden Volksauflauf, der Einlaß ins Geschäft und die Heraus- zit&2 gabe des«verfluchten Lappens> forderte. Schließlich erschien und a5 Polizei, er mußte seinen Schlüsselbund holen und die Fetzen ir ER übergeben, von denen der Haufe auf nie geklärte Weise \ Kenntnis bekommen hatte.«Im Triumphzug>, so las man am zer nächsten Tag im Naziblatt,«zog das Volk damit zum nahen ahah er Neumarkt und verbrannte sie unter Absingen patriotischer sent Lieder.» Die Presse hatte groß aufgemachte Schlagzeilen und die Partei einen neuen Sieg errungen. dens Eine dritte Begebenheit war eher grotesk: In Vorbereitung erkunzet eines Führerbesuchs hatte die Stadt sich in einen Fahnenwald ] verwandelt, aus dem sich naturgemäß das Geschäft wie eine z bekzsat Lichtung hob, und ich hatte angefangen mirzuüberlegen, ob die « Es wär Nazis diesen wie einen Protest anmutenden Zustand einfach ea a hinnehmen würden- aber andererseits hatte ich nicht die ge- m Br ringste Möglichkeit, ihn zu ändern. Vielleicht gehörte es zum zit II Beflaggungssystem, daß durch solche Lücken die Feinde des engeren neuen Staates offenbar werden sollten. Nun gut, Nichtjuden tung 3 mochten sich tarnen, ich hätte es keinesfalls gekonnt. Jedoch, m EI in der Nacht vor dem Besuch läutete mein Telefon: Tante “ tsfron Mathilde, die seit dem Tod der Großmutter die Wohnung über „. sold dem Geschäft innehatte, berichtete, daß SA-Leute auf Feuer-
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