Today well lived makes every yesterday a dream of happiness and every tomorrow a vision of hope.
Omar Kayyam, Rubaiyat
Meine Kindheitserinnerungen sind eingebettet in das Er- lebnis des Geschäfts.«Das Geschäft sagten wir zu Hause und «Das Geschäft» hat mein Leben bestimmt von früh an. Atmo- sphäre und Idee zugleich war es, und in Gedanken lebten wir immer im Geschäft, selbst an arbeitsfreien Tagen, in schlaf- losen Nächten, auf Reisen im Ausland.«Das Geschäft er- nährte und erzog uns. Es lenkte uns mehr als wir es be- herrschten. Nie entließ es uns aus seinem Bann: den Vater und die Mutter nicht und nicht uns Kinder. Wir stiegen mit ihm auf und mit ihm zerfielen wir.
Ich habe mich manchesmal zu erforschen gesucht, ob da Habgier war oder Machtstreben. Oder war es der Sog des Geldstroms? Aber all das war es nicht. Das Geschäft in seiner zauberhaften Sachlichkeit war der Gradmesser des Könnens des Fleißes, der Vernunft: es glich einem Richter, der empor- heben und verwerfen konnte, zu jeder Stunde. Das Geld war nicht das Eigentliche. Es war vorhanden und was hinzukam, wurde sogleich wieder angelegt und eingebracht— nach den Grundsätzen des Geschäfts in Waren und auf Bankkonten und in Grundbesitz. Und wer von uns gegen diese Regel ver- stieß, degradierte sich selbst.
Ich war ein Stück vom Geschäft und das Geschäft war ein Stiick von mir. Ich habe ihm meine Jugend gegeben, die guten Jahre, und es hat mich geformt und verzehrt. Noch heute lebe ich mit ihm, obwohl es so lange schon tot ist, und oft steigt es herauf, verweilt bei mir wie ein geliebter, verklärter Mensch.


