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Die Hundeblume : Erzählungen aus unseren Tagen / Wolfgang Borchert
Entstehung
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von zehntausend plattgedrückten Schläfern. Der Kanadier ging schnell, schnell und er sang laut vor sich hin. Und es war inzwischen so dunkel gewor-

den, daß er alle paar Schritte mit dem Fuß gegen'

Ziegelsteine, verkohlte Balken und Mauerbrocken stieß. Aber er fluchte nicht. Nicht ein Mal. Er sang laut in die Dunkelheit hinein. Laut sang er und lustig sang er: Vielleicht sang er, weil er nicht fluchen wollte, wenn er sich stieß. Vielleicht sang er, weil er nicht an die Toten denken wollte. An die zehntausend Flachen mit dem Nachtatem, dem leisen wehmütigen Wind. Oder weil es so dunkel war. Doch, vielleicht war es so, daß er laut sang, weil es dunkel war. Und er ging schnell und sang. Vor ihm, im trüben Lichtdunst, lag die Stadt. Diese verrückte Stadt, von der ein Teil Billbrook

hieß. Die einen graugrünen See mit weißen Segeln.

in ıder Mitte hatte. Und beispielsweise mal eben zehntausend Tote in einer eigenen Totenstadt. Verrückte Stadt, dachte er. Verrückte, lebendige, töte Stadt! Und er ging schnell und singend und war froh, daß sie da vor ihm lag, sichtbar, hörbar, riechbar, im trüben Lichtdunst des Nachtlebens, trübe und verheißungsvoll, mit dem See-mitten- drin. Und er ging schnell und laut vor sich hin in das Dunkel hinein singend. Und neben ihm ging sein Schatten. Als er seinen Schatten neben sich sah, dachte er: Mein Gott, läuft der etwa? Und

dann zwang er sich, zehn Schritte wenigstens, ganz

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