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Die Hundeblume : Erzählungen aus unseren Tagen / Wolfgang Borchert
Entstehung
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vier Richtungen er entlang sah, und er hatte das Gefühl, er könne in jeder Richtung der Straßen- kreuzung kilometerweit sehen: Kein Lebendiges. Nichts. Nichts Lebendiges. Milliarden Steinbrocken, Milliarden Steinstücke, Milliarden Steinkrümel. Gedankenlos vom gnadenlosen Krieg zerkrümelte Stadt. Milliarden Krümel und einige hundert

Leichenfinger. Aber sonst kein Haus, keine Frau," kein Baum. Totes nur. Zerstörtes, Zerfallenes, Zer-

borstenes, Zerwühltes, Zerkrümeltes. Totes nur. Totes. Kilometerweit, kilometerbreit Totes. Er stand in einer toten Stadt und er schmeckte es fade und übel auf der Zunge. Er war nicht mehr stolz. Seine großartige Stimmung war hinten, oh ganz hinten, bei den letzten Kindern, bei dem letzten Hund und bei den letzten Autos liegen- geblieben. Auch die Luft ist hier gestorben, dachte er. Er fühlte die Leichenfinger um seine Brust ge-

klammert. Es war so still und er wagte nicht zu

atmen.

Er nahm seinen Stadtplan, er hielt ihn fest. in der Hand und es war ihm, als ihielte er sich daran fest. Er sah nach der Sonne, die schon ganz.flach und goldstaubig im Dunst der fernen Stadt lag. Er sah ganz dünn die Türme der Kirchen. Sie sind nicht wahr, sie sind gelogen, dachte er. So nah waren die Leichenfinger, so eng umstanden sie ihn. Nur die Leichenfinger sind wahr, und die Krümel. Die sind nicht gelogen.

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