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Die Hundeblume : Erzählungen aus unseren Tagen / Wolfgang Borchert
Entstehung
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hielt er um den mageren Hals. Ein Gespinst von früher Dunkelheit legte sich über den Tag und die

letztenSonnenstrahlen standen wie ein Gitter ver- loren am Himmel. Einsam hockten die Männer

über den Ungewißheiten der kommenden Nacht und dieStadt summte groß und voller Verführung. Die Stadt wollte Geld oder seidene Strümpfe. Und die Betten wollten sauberen Besuch in der Nacht. Du, Timm, fing der andere an und verstummte wieder.

Was ist denn, fragte Timm.

Heißt sie wirklich Lilo, du?

Natürlich heißt sie Lilo, schrie Timm seinen Freund

an, Lilo heißt sie, und wenn ich mal was hab, soll;

ich wiederkömmen, hat sie gesagt, mein Lieber. Du, Timm, brachte der Freund dann nach einer Weile zustande, wenn sie wirklich Lilo heißt, dann _ mußtest du ihr den roten Schal auch geben. Wenn sie Lilo heißt, finde ich, dann darf sie auch den roven Schal haben. Auch wenn es mit dem Nacht- quartier Essig ist. Nein, Timm, den Schal laß man, wenn sie wirklich Lilo heißt._

Die beiden Männer sahen über das dunstige Was- ser weg der aufsteigenden Dämmerung entgegen, furchtlos, aber ohneMut, abgefunden. Abgefunden mit Kaimauern und Torwegen, abgefunden mit Heimatlosigkeiten, mit dünnen Sohlen und leeren Taschen abgefunden. Ans Einerlei vertrödelt ohne. Ausweg.

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