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Die Hundeblume : Erzählungen aus unseren Tagen / Wolfgang Borchert
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ihr kaum einen zärtlichen Blick zuwerfen, denn

ich mußte einen irrsinnigen. Kampf mit meinen Nerven austragen, der mir den Angstschweiß aus allen Löchern jagte. Jedesmal, wenn der Theologe seine Verbeugung machte und seinGesegnetes Fest, Herr Wachtmeister wie Honig von der Zunge tropfen ließ- jedesmal mußte ich alle Mus- keln anspannen, es ihm nicht nachzutun. Die Ver- suchung war so stark, daß ich mehrere Male den Staatsdenkmälern schon freundlich zunickte und es.erst in der letzten Sekunde fertigbrachte, keine

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Verbeugung zu machen und stumm zu bleiben. Wir kreisten täglich etwa eine halbe Stunde im

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Hof, das waren täglich zwanzig Runden, und zwölf Uniformen umstanden unsernKreis. Der Theo- loge machte also auf jeden Fall zweihundertund-

vierzig Verbeugungen pro Tag, und zweihunde£rt- undvierzigmal mußte ich alle Konzentration auf- bieten, nicht verrückt zu werden. Ich wußte, wenn ich das drei Tage gemacht hätte, würde ich mil- dernde Umstände bekommen- dem war ich nicht gewachsen. Ich kam völlig erschöpft in meine Zelle zurück. Die ganze Nacht aber ging ich im Traum eine un;, endliche Reihe blauer Uniformen entlang, die alle wie Bismarck aussahen- die ganze Nacht bot ich _ diesen Millionen blaßblauer Bismarcks mit tie- fem Bückling einGesegnetes Fest, Herr Wacht-

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meister!

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