Druckschrift 
Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen

ı sein licht. ungs- r her- lesen, ehört, n mit jalien Adel

ingnis tions- te auf, en ge- per im weige- jr den te im- diesen in mit s dem immeT seine! .Z. ZU * IZ8I- _ bei

ein!

ıen ge ir sfte ef jetzten Mittel

Eine meiner wichtigsten Beobachtungen war diese: Die Leute, vollends die Städter, sind viel komplizierter, viel geschulter, viel zweifelnder, als sie draußen oftmals ge- nommen werden. Da waren beispielsweise eine Reihe Sozialisten und Kommunisten da. Man kam aus der Über- raschung über ihr Wissen, ihre Redegewandtheit nicht heraus. Sie konnten eine Stunde lang sprechen fast wie Professoren. Natürlich war es marxistisch-materia- listische Ideologie; die vielen Bücher, die Romane und Dramen, die sie kannten, waren die der Freidenkerei und Revolution; die Geschichtswerke waren die der Weiß- Schwarz-Gestaltung, der roten Tendenz. Immerhin, sie waren davon angeregt, aufgeregt. Man sah: Literatur, Presse, Theater, Kino hatten ihre Wirkung getan, lebten in ihrem Geist. Solchen Leuten ist natürlich nur beizu- kommen von Menschen, die diese ganze Problematik kennen, sie aber auch überwunden haben und imstande sind, nun ganz konkret-anschaulich das Überlegene, wahr- haft Befreiende der einzelnen christlichen Wahrheiten darzutun. Wer sie behandelt wie brave primitive Men- schen des Mittelalters findet nur ihre Verachtung. Ein Kärtner Pfarrer, der. eine zeitlang Zellengenosse war, ge- stand mir:Jetzt verstehe ich, warum wir mit unserer Predigt diese Leute überhaupt nicht mehr erreichen; wir sehen sie viel zu einfach, zu ungeschult, zu anspruchslos. Und noch etwas übrigens Vorbildliches, aus christ- licher Tradition Gerettetes beobachtete ich bei den Sozialisten und Kommunisten: eine rührende gegenseitige Hilfsbereitschaft. Was sie jeweils zusammen mit ihrer Wäsche an bescheidenen Lebensmittelzubußen(Brot und Obst) von außen erhielten, wurde brüderlich geteilt, vor allem mit solchen, die nichts bekamen. Sogar die Ischicks, die Zigarettenstummeln, die zu Zigaretten(mit Zeitungspapier als Hülsen) verarbeitet wurden, schmeck- ten ihnen nur, wenn die Kameraden jeweils mit daran Züge machten. Im übrigen war, das Rauchen sehr er- schwert. Erstens war es offiziell verboten und durfte daher nichtgerochen werden. Zweitens war die Einschmugge- lung von Stummeln durch dieFazis, d. h. die zu Wärter-

81