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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
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man in der Welt aus dem Weg gegangen wäre. Denn die politischen Gefangenen waren von den kriminellen nicht getrennt; die politischen Schutzhäftlinge wurden vielmehr mit Verbrechern und Schwerverbrechern zusammen- gepfercht. AnPolitischen war ich zusammen mit einem Universitätsprofessor(aus Konstantinopel), einem Pfarrer aus Kärnten, einem Zahnarzt aus Wien, mehreren Indu- striellen und Kaufleuten(aus Wien, Bukarest, Triest, Dublin), Bauern, kleinen kommunistischen Parteifunktio- nären, österreichischen Schutzbündlern, d. h. Sozialdemo- kraten aus der bewaffneten Revolte gegen Dollfuß, die seinerzeit über die Tschechoslowakei nach Moskau bzw. Charkow gegangen waren und nun auf lockende aber irre- führende Verheißungen der deutschen Konsulate in Ruß- land hin zurückgekehrt waren. Dann besonders auch mit sogen. Spanienkämpfern, d. h. mit Sozialisten, die in den Reihen der Internationalen Legion gegen Franco-Spanien gekämpft hatten, in der Folge in französischen oder belgi- schen Lagern untergebracht waren und hier den vor- rückenden Deutschen in die Hände fielen. Hinsichtlich der Kriminellen erinnere ich mich, zeitweise Diebe, Kassenschränker, Schleichhändler, Grenzschmuggler, Sitt- lichkeitsverbrecher, Deserteure, einen Einbrecherkönig, einen Frauenmörder als Zellengenossen gehabt zu haben. Es ist ein steter Abgang und ein steter Zufluß in den Zellen. Ein Abgang von Häftlingen in die Freiheit oder an andere Straforte, und ein Zustrom von Neueingebrachten. Und man kann nun von allen etwas lernen. Die einen er- weisen mit ihrem frohen Mut und ihrer Kraft des Durch- haltens den Segen des Glaubens; die anderen zeigen mit ihrer moralischen Brüchigkeit, ihrer Verzweiflung oder ihrem Versinken ins Tierisch-Stumpfe den Fluch der Gott- losigkeit. Man kann im Gefängnis von fremden Menschen deshalb so viel lernen, weil da weit mehr gebeichtet wird als in der Welt draußen; weil da die meisten Menschen viel offener sind, bisweilen wie von einem inneren Dämon gehetzt noch das Letzte, Heimlichste heraussagen. Da stehen einem, angesichts gewisser Beichten, dann manch- mal wirklich die Haare zu Berg vor Erschrecken. Da sieht

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