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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
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sie reagieren gegenüber unsittlicher Staatsmacht nicht mit Aufständen, sondern nur mit Festhalten und Predigen der eigenen Werte, im übrigen mit Liebe, Geduld und Opfer. Thomas Morus fordert nicht zur politischen Revolution auf gegen seinen England von der alten Kirche losreißen- den König; er verweigert nur das Ja zu des Königs Vor- gehen. Die französischen Bischöfe und Priester um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert fordern das Volk nicht zur Rebellion gegen jene französische Regierung auf, welche das ganze Kirchengut verstaatlicht, die Bi- schöfe vom Volk, auch von Nichtkatholiken, gewählt wissen will und sie vom Papste loslöst, sie verweigern nur ihr Ja zu solchem Vorgehen und begnügen sich im übrigen damit, für ihren Glauben zu arbeiten, zu sterben oder in die Verbannung zu gehen.=

Man darf den deutschen und österreichischen Bischöfen keine Vorwürfe darüber machen, daß sie dem Vorbild Christi, der Apostel, großer Kirchenväter folgten. Kon- kordat und Regime-Anerkennung verhinderten zwar im Weiterverlauf der Dinge keine Verfolgungen und doch bewirkten sie viel Positives. Sie sicherten bis zuletzt die Möglichkeit von Predigt, Gottesdienst und Sakramenten- spendung im Kirchenraum, sie sicherten die materielle Versorgung der wichtigsten Kirchenbedürfnisse, sie sicherten eine formelle Rechtslage, die Einsprüche gegen Unrecht, gegen Verletzung garantierter Freiheit und Kampf um Abstellung von Mißbräuchen und Übergriffen ermöglichte.

Die deutschen und österreichischen Bischöfe taten gut, bei aller Unbeugsamkeit im Religiösen, im Politischen mit Vorsicht vorzugehen und nicht etwa einen politischen Aufstand zu versuchen. Solange der Hitlerismus noch nicht an der Macht war, zeigte er mehr positive als nega- tive Seiten, so daß kein Anlaß war, gegen ihn etwa mehr vorzugehen, als gegen verschiedene andere parlamen- tarische Parteien. Als der Hitlerismus zur Macht gelangt war und nun immer mehr sein Negatives entwickelte, war er auch schon, infolge stärkster Massierung und Festigung der Macht, zu stark, um noch aufgehalten und ausge-

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