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gequält werden? Wenn Märtyrer von der Behörde so mit Dreck beworfen werden, daß selbst Gutmeinende an ihnen irre werden? Ein Gregor VII. vermag einen Heinrich IV. zur Raison nach Canossa zu bringen, weil beide in einer Welt des unangefochtenen christlichen Glaubens leben. Ein Fenelon vermag mit seinem Protest gegen die Reunionskriege bei Ludwig XIV. noch etlichen Eindruck zu machen, weil dieser doch irgend noch auf christlicher Grundlage steht. Aber was ist es, wenn— bei weit- hinsäkularisierter Welt, bei weitgehen- der Wiederkehr der politischen Verhält- nisse der Urkirchenzeit— die Staatsführer im- mer mehr in blinden Religionshaß verfallen? Wenn sie, wie von Zorn und Verzweiflung über die Not und Lebens- enge des Volkes erfaßt, nun einfach einem wilden Toben verfallen und gestützt auf ungeheure Macht, zuletzt wie Titanen zu rasen beginnen? Mit vernünftigen Menschen kann diskutiert werden, mit dem Wahnsinn Verfallenden nicht mehr. Geschöpfe, die den Charakter von wilden Tieren annehmen, werden nicht mit Moral, sondern nur mit Waffen bezwungen. Bischöfe aber sind keine Kriegs- leute. In den Gebieten der Hitlerherrschaft bestand nun einmal keine Demokratie, sondern, je länger je mehr, asiatischer Despotismus. Jeder revolutionäre Widerstand hätte zuletzt nur lauter Leichenfelder geschaffen, hätte für die Zukunft alle positiven Kräfte vernichtet. Er hätte für Mitteleuropa Zustände geschaffen, wie sie der Moham- medanismus vor Jahrhunderten für Kleinasien und Nord- afrika schuf, wo das Christentum einfach ausgerottel wurde. Die Greuel der Konzentrationslager zeigen, wes- sen man fähig war. War die Zahl allein der deutschen Opfer der Hitlertyrannei nicht bereits größer als die der Märtyrer sämtlicher Christenverfolgungen der ersten Jahrhunderte? Galt es da, dem Henker immer neue Blul- opfer zuzuführen? Nein, da ist es wohl am besten, die Gerichte Gottes abzuwarten und diese protestieren und richten zu lassen.
Jahrzehntelang haben die Bischöfe in allen Ländern ge- redet, beschworen. Ein Großteil der Führenden mißachtete
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