sie. Es kam der erste Weltkrieg als eine furchtbare War- nung und Heimsuchung für die ungläubige Menschheit. Seine Lehren wurden nicht zur Kenntnis genommen. Es kam eine neue Epoche noch böseren Unglaubens— und die Kirche wurde überhaupt nicht mehr angehört. Was bleibt da anderes übrig, als Gott selber in furchtbaren, alle Schuldigen treffenden Katastrophen sprechen zu lassen? Die neuere Menschheit glaubte in weiten Schichten nicht mehr an Gott;sie hielt das Reden von den großen Gesetzen der sittlichen Weltordnung, wonach das Gute belohnt, das Böse bestraft wird, für bloßen Pfaffenschwatz. Diese Menschheit wird von Gott einfach sich selbst überlassen, damit sie sehe, wohin sie mit ihrem Unglauben kommt. Gott braucht, genau genommen, nicht in eigener Person zu strafen; die Menschen bestrafen sich selbst und be- ginnen dann in tiefster Not vielleicht zu ahnen, daß es ohne Gottesglauben und Beachtung seiner Gesetze auf diesem Planeten doch nicht geht. Am Grabe Ludwig XIV. sagte Massillon: Dieu seul est grand— Gott allein ist groß. So muß auch die Menschheit inmitten der Kata- strophen, die heute diese und morgen jene und oft alle zusammen treffen, immer wieder aufs neue gestehen.
Kurzsichtige Kritiken
Die Dinge hinsichtlich der H. H. Bischöfe und christlichen Laienarbeiter im Dritten Reich scheinen klar zu liegen. Trotzdem verstummen in einzelnen Kreisen, namentlich auch des Auslandes, nicht die Vorwürfe gegen den Papst, gegen den deutschen und österreichischen Episkopat, gegen gewisse während der Hitlerzeit in ihrer Heimat gebliebene und in der Heimat weiter arbeitende Publizi- sten, Gelehrte, Künstler, Dichter. Man hätte, so wird Rom vorgeworfen, nie ein Konkordat mit dem Teufel Hitler schließen dürfen; man hätte, so wird den Bischöfen vor- geworfen, die Hitlerregierung nie als legale anerkennen dürfen, sondern sie als illegale weil unsittliche politisch bekämpfen müssen; man hätte, so wird den Intellektuellen
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