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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
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Tiberius er flucht nicht über die Juden, sondern be- gnügt sich damit, zu sagen:Sie wissen nicht, was sie tun, und die weinenden Frauen aufzufordern:Weinet nicht über mich, weinet über euch und eure Kinder!" Er sieht: wo seine Worte, seine Proteste nichts mehr nützen, da werden die Gerichte Gottes aufklären. Und er tritt dem kommenden Gericht Gottes nicht in den Weg. Auf dieses Vorbild können sich auch die deutschen und österreichischen Bischöfe berufen. Als die Hitlerbewegung

mit ihrem Guten und Schlechten noch im Werden war, anerkannten die Bischöfe das Gute und verdammten sie das Schlechte. Als Hitler zur Macht gekommen und gesetzliches Staasoberhaupt geworden war, als sol- ches auch von den großen Weltmächten anerkannt wurde, respektierten auch die Bischöfe die Regierung und ließen sie die Gläubigen den bürger- lichen Gehorsam gegen sie leisten. Denn der Gehorsam gegenüber der staatlichen Obrigkeit gehört nach christ- licher Lehre und Überlieferung zu den Christenpflichten. Die Kirche schafft keine Revolutionen; sie hat auch nicht die Aufgabe, ihre Träger zu beseitigen; sie findet die Staatsumwälzungen vor und ist nur darauf bedacht, in ihrem Bereich am Heil der Seelen zu wirken. Die deut- schen Bischöfe beugten sich also ebenso wie später die österreichischen unüberwindlichen Machtgestal- lungen der Zeit. Aber sie hörten nicht auf, die neuen Machthaber an die Forderungen des Naturrechts, an die Gesetze der sittlichen Weltordnung zu erinnern. Die Bi- schöfe redeten, forderten, beschworen, solange es nur irgend ging und Sinn hatte. Aber wenn mit der Zeit die Wirkung immer nur das Gegenteil des Erhofften ist, wird vielleicht am besten einfach nur mehr positiv gearbeitet, ansonsten von regelmäßig erfolgenden Situations- beleuchtungen und ständigen Eingaben an die Behörden abgesehen gewartet und geduldet. Es heißt:Märtyrer sind der Same von Christen. Aber wie, wenn man für das Bewußtsein der Öffentlichkeit gar keine Märtyrer mehr entstehen läßt? Wenn für die redenden Bischöfe nicht sie selbst, sondern hundertweise nur Untergebene

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