zugeständnisse. Je größer manchmal die letzteren, um so leichter und länger können die Gegenschläge geführt wer- den. Christliche Publizistik unter dem Nationalsozialis- mus war Kriegführung gegen ihn. Jede Kriegführung hat den besonderen Methoden und Taktiken des Feindes Rech- nung zu tragen. Wo der Feind mit Vernebelungen arbeitet, wird es nicht ohne Gegenvernebelungen gehen; wo er zu den Methoden des Guerilla- und Partisanenkrieges, zu Listen und Zweideutigkeiten greift, wird ebenfalls mit Teilung der Kräfte und mit Listen zu arbeiten sein. Wo der Feind mit ungeheurer Übermacht angreift, wird sich öfter elastisches Ausweichen empfehlen; wo seine Horch- apparate das Gelände beherrschen, wird man sich mit- unter geradezu tot stellen müssen. Wo— zum Überdauern der Feindsiege— stärkstes Durchhalten nötig ist, wird rationellster Gebrauch der Kräfte angebracht sein. Nur Naivlinge glauben, einen modernen Feind mit Kriegs- geschrei zu erschrecken; nur Narren glauben, auf offenem Gelände geschlossene Kavallerieformationen gegen— „Stalinorgeln‘ loslassen zu sollen.„Schönere Zukunft“ bemühte sich dem Nationalsozialismus gegenüber um die wirkungsvollste Kriegstechnik.
Freilich die Haltung der ‚„Schöneren Zukunft“ wurde weder früher noch jetzt von allen Lesern verstanden. Die Taktik konnte ja nicht in der Öffentlichkeit erklärt werden. Das Blatt, das früher so kämpferisch, so los- geherisch gewesen war, erschien angesichts des Schwei- gens zu manchen Vorgängen, des Verzichtes auf direkte Polemiken, allzu kleinlaut geworden. Weder das Inland, noch viel weniger das Ausland hatten eine genaue Vor- stellung von dem ungeheuren Druck, der im deutschen Gebiet auf der Presse lag. Erst die spätere Militärzensur in vielen Ländern während des Krieges ließ dann wohl manche Herrschaften ahnen, was es heißt, als Publizist unter einem Diktator zu leben. So gab es denn neben vielerlei Anerkennungen und Ermutigungen immer wie- der auch grobe Vorwürfe. Schon vor dem„Umbruch' in Österreich waren die verschiedensten Forderungen laut geworden, wobei es sich zeigte, daß die deutschsprachigen
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