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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
Entstehung
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einandersetzungen, um wenigstens das Wesentliche zu retten und dieses zur gegebenen Zeit wieder zum Aus- gangspunkt allumfassender Tätigkeit zu machen. Was insbesondere die Literatur, die Pressetätigkeit in Verfol- gungszeiten betrifft, so meint der bekannte Literatur- kritiker Wilhelm Hausenstein zur Ausstellung, die Schriftsteller hätten im Dritten Reich schweigen müssen, das Angemessene wäre ein Generalstreik des literarischen Anstands gewesen:Es gibt eine moralische Pflicht der berufenen, wahren Schriftsteller gegenüber den Lesern. Die Leser haben gewartet und wie gewartet! Es wäre gegen den Sinn der Existenz des Schriftstellers gegangen, ich traue mich zu sagen: auch gegen einen hohen Begriff von seinem sozialen Anstand, wenn er die Leser hätte ver- loren gehen lassen, wo er sie durch die miserabelsten aller Jahre hin im Geiste retten konnte.

Natürlich stellte sich unter dem Nationalsozialismus die Lage und Aufgabe verschiedener Blätter verschieden. Politische Blätter konnten nicht auf gewisse politische Ziele verzichten, ohne charakterlos zu werden. Spezifisch österreichische Blätter hatten um die Erhaltung der Frei- heit Österreichs zu ringen. BeiSchönere Zukunft lag die Sache anders: Sie war primär ein religiös-kulturelles Organ, Blatt nicht eines bestimmten Landes, sondern Organ für die deutschsprechenden Katholiken sämtlicher Siedlungsgebiete; sie verfolgte nicht bestimmte Partei- ziele, sondern betrieb überparteiliche Ideenarbeit; sie diente nicht einer Gruppe gegen andere Gruppen, sondern der religiös-kulturellen Aufklärung aller, unter Mitarbeit von Vertretern der verschiedenen Gruppen. FürSchönere Zukunft ergab sich also von Anfang an eine besondere Stellung und Aufgabe. Sie konnte den politischen Kampf und die ausgesprochene Polemik andern Blättern über- lassen und sich auf die positive Herausarbeitung der all- gemeinen christlichen Wahrheiten und Werte und auf die Berichterstattung über das positive Denken und Arbeiten der Christen der verschiedenen Länder beschränken. Das mußte möglich sein, solange das Christentum irgendwie noch offiziell geduldet wurde. Die positive Arbeit ist auch

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