Es ist schön, dem Handwerk Luft zu schaffen gegenüber den Großbetrieben, und im Interesse des Menschentums übermäßige Rationalisierungen und Technisierungen, die nicht mehr im rechten Verhältnis zur Gesamtentwicklung stehen, hintanzuhalten. Aber man muß dann konsequent bleiben; man darf nicht in der Kriegszeit alles auf den Kopf stellen; darf da nicht das ganze Handwerk den Groß- betrieben opfern und die Technisierung zu einer Höhe treiben, daß zuguterletzt nur ein paar Mammutbetriebe übrig bleiben, mit deren Zerschlagung bei ungünstigem Kriegsausgang fast alles zerschlagen ist.
Es ist schön, für den Arbeiterstand zu sorgen durch Be- schaffung von Arbeit für Arbeitslose, durch Einschrän- kung der Arbeitszeiten und durch Sicherung von bezahl- ten Ferienurlauben. Aber wenn dabei dem Arbeiter die Freiheit der Wahl von Beruf und Arbeitsplatz entzogen wird, wenn er wie eine Frachtware aus einem Gebiet ins andere geschickt wird, so machen ihm die bezahlten Ferienurlaube wenig Spaß. Es ist schön, die Arbeit zu ehren, aber es darf dabei denn doch nicht nur vorwiegend an die körperliche gedacht werden; die geistige, und zwar nicht nur die in medizinischen und chemischen Versuchs- anstalten unmittelbar nutzbringende, sondern auch die des Philosophierens und allgemeinen theoretischen For- schens ist nicht minder zu achten. Da ließ es der National- sozialismus mit der Zeit immer stärker fehlen. Und vollends Beschauung und Gebet wurden von ihm immer mehr geächtet, obwohl sie notwendige Voraussetzungen zur Sicherung und Erhebung der Seelen sind. Es ist auch etwas Bedenkliches und höchst Gefährliches um eine Arbeitsbeschaffung, die nicht in natürlich-organischer, sondern in künstlicher Weise erfolgt; nicht unter Finan- zierung aus ordentlicher Währungspolitik, sondern unter Geldbeschaffung durch übermäßige Besteuerung der Be- sitzenden und vor allem durch ungemessenen Papier- Notendruck nach Art des John Law unter Luwig XV. und des Calonne unter Ludwig XVI. im vorrevolutionären Frankreich; nicht durch Neueröffnung produktiver Ar- beitsunternehmungen, sondern durch Verdoppelung des
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