Beamten- und Polizeiheeres und durch Aufbau einer riesi- gen Rüstungsindustrie und eines riesigen Militärapparates. Alles in allem: Es ist schön, um die Lageverbesserung eines Volkes zu Tingen. Aber es muß geschehen im Zei- chen der erhabensten Religion, unter Anwendung reifster Politik, unter Verwertung aller geschichtlichen Erfahrun- gen. Die Grundvoraussetzung aller Befreiung ist die Be- freiung d. h. die Reinigung der Seelen und ihre Kräftigung mit den Werten der Überwelt. Ohne Bindung an das höchste Wesen, ohne dessen Führung und Begnadung verwildert und verfällt der Mensch. Es schlummert im Menschen ein Hang zum Bösen; wo er sich nur der Natur überläßt, wird er vom Bösen verschlungen. Zur Führung von Staat und Gesellschaft gehören reifste Kenntnisse, geschöpft nicht zuletzt aus den Erfahrungen der Ge- schichte. Goethe sagt, wer nicht etliche tausend Jahre Weltgeschichte überschaue, solle nicht mitreden. Wer demgegenüber die Bildung verachtet, jeden Dilettanten, ja sogar Verbrecher, für Führungsaufgaben für geeignet hält; wer glaubt, die Geschichte fange erst mit ihm selber an, und es ließe sich mit äußerer Organisation, mit Macht und Gewalt alles erzwingen, der leistet auf die Dauer nur Zerstörungsarbeit. Paul de Lagarde sagt einmal: Das Heil des Vaterlandes liegt auf dem Weg zum ewigen Leben. Die großen, segensvollen Völker-Erhebungs- Bemühungen der Geschichte stehen im Zeichen der Reli- gion, der Bildung, des kulturellen Idealismus.
Der eiserne Vorhang vor der Wirklichkeit
Die Hitler-Bewegung war nicht von Anfang, was sie zu- letzt wurde. Im Anfang zeigte sie, wenigstens nach außen, allerlei Gutes; jedenfalls ließ das Programm bei vernünf- tiger Auslegung und Anwendung Gutes zu. Die werdende Bewegung als Ganzes umschloß zwar zweifelhafte Auto- didakten, wilde Draufgänger, Gestrandete des Lebens und raffgierige Abenteurer, aber daneben doch auch ehrliche Idealisten, ernste Geschäftsleute, aufrichtige Patrioten.
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