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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
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ken, daß sie selber durch innere Volkskämpfe anläßlich der sogenannten Reformation sich ausschalteten, als die neuen Weltteile entdeckt bzw. die Erde neu verteilt wurde. Ohne Luther und Reformation wären damals die Deutschen als die erste und stärkste Macht dagestanden, denen ganz von selbst Hauptteile der neuen Welt zuge- fallen wären mit der Wirkung, daß heute in Amerika nicht englisch und spanisch, sondern deutsch und spanisch gesprochen würde; daß Indien, der ostindische Archipel und Südafrika nicht unter englischer und holländischer, sondern unter deutscher Oberhoheit stünden. Die Deut- schen hatten weiter zu bedenken, daß es vor allem Preu- ßen war, das das von den Habsburger-Kaisern geführte Mitteleuropa sprengte und politisch auseinanderriß. Daß vor allem Hohenzollernfürsten aus bloßem Gebiets- und Dynastie-Egoismus heraus das Gefüge des alten ersten Deutschen Reiches von innen heraus lockerten, daß der vergötterte Friedrich II. von Preußen Bruderkriege er- öffnete und Bismarck im Interesse der Preußenführung die Donaumonarchie aus dem alten Reichsverband bzw. dem Deutschen Bund warf. Umso weniger war dieser Preußengeist zur Schaffung eines neuen Mitteleuropa be- rufen! Wer statt die Welt mit christlichen Naturrechts- gedanken und mit christlicher Liebe zu Gerechtigkeit zu stimmen, sie mit den Waffen zu plötzlichen Besitzabtretun- gen zu zwingen versucht, läuft Gefahr, von den Waffen der Bedrohten niedergeschlagen zu werden.

Das Legen von Banken und Börsen an harte Kandaren, ihre Verhinderung an Blutsaugerei speziell am Miittel- stand, das Brechen der Zinsknechtschaft und die Abdrosse- lung von bloßem arbeitscheuem Rentnertum, die Unter- ordnung der Wirtschaftsegoismen unter die Interessen des Ganzen, die Ersetzung der Wirtschaft willkürlicher Er- zeugung durch eine solche der Planung mit Ausrichtung auf den gesunden Bedarf der Gesamtheit, die Forderung Gemeinnutz geht vor Eigennutz das alles sind zeit-

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