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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
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nun Ausfuhr und Einfuhr fast ganz unterbinden, die Gren- zen fast ganz schließen, geht zu weit. Denn der Natur der Völker entspricht ein gewisses Zusammenarbeiten und ein gewisser Güteraustausch. Gott hat wichtigste Natur- schätze auf verschiedene Plätze der Erde verteilt, wohl nicht zuletzt deshalb, damit die Völker eben durch deren gemeinsame Nutzung sich auch seelisch nahebleiben. Selbst-Absperrungen lassen verkümmern; sie erzeugen unerträgliche Gegensätze und Spannungen.

Es ist etwas Schönes um die Förderung des kulturellen Gemeingefühls der Deutschen. Aber nun einen Staat aller Deutschen erzwingen wollen, ohne Rücksicht auf ge- schichtliche Entwicklungen und internationale politische Gegebenheiten; ohne Rücksicht darauf, daß deutsche Schuld selbst, nämlich die Glaubensspaltung, zu radikalen staatlichen Spaltungen und zu Auswanderungen führte; ohne Rücksicht darauf, daß viele Millionen Deutsche in- zwischen in Nachbarstaaten, im Auslande sich neue Heim- stätten schufen und daß auf die Gastgeber dieser Deut- schen Bedacht zu nehmen ist, in dem Sinn:Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg auch keinem andern zu!; diesen Großstaat schaffen wollen ohne Bedenken dessen, daß neben der Nationalstaatsidee ebenso berechtigt das Völkerstaatsideal steht; schaffen wollen nach dem Grund- satzRecht ist, was uns nützt!', ohne zu berücksichtigen, daß dann immer auch die Stärkeren gegenüber den Schwä- cheren, die Reichen und Satten gegenüber den Habenicht- sen recht haben das heißt nicht, dem Deutschtum und seinem Zusammenschluß dienen, sondern seine ganze

Zukunft aufs Spiel setzen. Den Abbau einzelner Friedens-

punkte von 1919 mit den überhohen Tributen, die Rück- gabe der Kolonien anzustreben war verständlich. Aber das durfte nicht durch Neubelebung des Geistes von Potsdam, nicht durch eine übermäßige militärische Aufrüstung unter Drohungen geschehen, das konnte nur durch eine Neubelebung und Weltverbreitung der christlichen Ge- danken von Naturrecht und Völkerrecht, von dem gott- gegebenen Anspruch aller Völker auf einen Platz an der Sonne geschehen. Die Deutschen hatten auch zu beden-

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