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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
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halten, sondern in der Folge noch übersteigert bzw. durch Verbindung mit falschen Ideologien, einer falschen Welt- anschauung verdorben, mitunter ins gerade Gegenteil verkehrt wurden. So endeten anfängliche Ideale als Kari- katuren und Barbareien. Je mehr der Nationalsozialismus trotz allem im Laufe der Entwicklung Erfolge erzielte, um so mehr wurde er von Hochmut, von Übermut erfaßt. Aller Hochmut aber läßt Geist und Methoden dem Höllisch-Dämonischen anheimfallen. Wem Schweres ge- lang, dem scheint schließlich nichts mehr unerreichbar. Er vergißt die Grenzen, die allem Menschlichen gesetzt sind; er will schließlichGott gleich" sein; so wird er zum Nachahmer und zur Beute Luzifers. So kommt es beim Nationalsozialismus zum Durchbruch eines himmel- stürmenden Titanismus, eines schreckenverbreitenden Tschingiskhan-Wesens.

Zunächst hieß es: Wir wollen positives Christentum. Noch 1933, bei der Machtübernahme, erklärte Hitler, er halte die christlichen Bekenntnisse fürwichtigste Faktoren der Erhaltung des deutschen Volkstums. Der Abschluß eines Konkordats mit Rom schien der Kirche reiche Wir- kungsmöglichkeiten zu gewährleisten. Die staatliche Steuergesetzgebung sicherte der Kirche bis zum Schluß hohe Beiträge für den Kultus. Alles schön! Aber alsbald begann in einzelnen Kreisen des Nationalsozialismus eine seltsame Auslegung des Begriffespositives Christentum. Unterpositiv wurde nicht ein rechtgläubiges Christentum im Sinne der Überlieferung verstanden, sondern eines, das demMoral- und Sittlichkeitsbegriff der germanischen Rasse nicht widersprach. Zwar hatte Hitler diese Wen- dung bzw. Klausel im Parteiprogramm in der Reichstags- erklärung vom 1. Februar 1933 indirekt zurückgenommen, welche Zurücknahme die deutschen Bischöfe zur Zurück- nahme ihrer Verbote gegenüber dem Nationalsozialismus veranlaßte. Aber gewichtigste Parteileute kümmerten sich in der Folge nicht um diese Korrektur. Nach dem germa- nischen Moralbegriff, wie sie ihn verstanden, gibt es nun keine Erbsünde, sondern nur einen Erbadel; braucht der Mensch nicht die Erlösung durch Christus, sondern ist er

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