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Gefangenschaftsbriefe / Dr. Max Josef Metzger (Bruder Paulus) ; eingeleitet und herausgegeben von Dr. Matthias Laros
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tigt, indem er auf einem Bänkchen in der Ecke Platz nehmen muß, wo sonst die Hunde liegen, und beim Verlassen des Saales wird er von sämt- lichen ÖOrdensmitgliedern gegeißelt, daß er oft stundenlang wie ohnmächtig auf seiner Holzprit- sche liegt. Zwischendurch erscheint der Prior, um ihm die heftigsten Vorwürfe zu machen und Santa Teresa mit ihrer Reform zu beschimpfen- neun furchtbare Monate lang, gepeinigt von Sorge um seine liebe hl. Mutter, die bei ihrem Alter und ihrer Krankheit-eine solche Tortur nicht mehr er- trüge, und immer wieder innerlich angefochten von der eigenen Unsicherheit und Schwäche und von den Nachstellungen des Bösen, daß er sich über seine Peiniger erhebt und Gottes Strafgericht über sie herabruft:Bin ich wirklich meines Wer- kes so sicher, daß ich gegen den ganzen frommen Orden auftreten darf? Habe ich nicht vielleicht etwas begonnen, wozu ich gar nicht berufen bin? Hat mich.doch Hoffart auch verführt, und sollen diese Leute mich nicht auf den rechten Weg zu- rüuekbringen? Wohl, das Bessere ist immer der Feind des Guten und umgekehrt; aber wäre es nicht vielleicht besser vor Gott, in der bestehen- den Form des Ordens demütig sich bescheidend zu dienen, als eine neue zu suchen, die so viel Ärgernis gab? Dann aber kommen ihm auch wieder entgegengesetzte Gedanken in den Kopf: Bleibe fest! Denn du wirst einmal wieder in die Welt hinaustreten und großen Ruhm erlangen, und alle diejenigen, die dich gepeinigt haben, wer-

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