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Gefangenschaftsbriefe / Dr. Max Josef Metzger (Bruder Paulus) ; eingeleitet und herausgegeben von Dr. Matthias Laros
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(Apg. 27,3). Aber dieÜuberfahrt im Winter! Ein vierzehntägigerSturm bricht los. Dieganze Ladung wird über Bord geworfen, die Lebensmittel gehen aus, die Soldaten fluchen und suchen den Schul- digen, der den Zorn der Götter heraufbeschwo- ren habe. Die Matrosen schaffen verzweifelt, bis auch sie nicht mehr können. Nur Paulus ist guten Mutes. Eine innere Stimme sagt ihm, daß er trotz allem vor den Kaiser kommen werde, und so er- mutigt er die ganze Besatzung. Vor Malta aber scheitert das Schiff an einem Felsenriff, und auf den Trümmern retten sich alle, einen Tag und eine Nacht mit den Wogen kämpfend, ans Land. Wiederum, von allem entblößt, eine dreimonat- liche Haft, hungernd, frierend und vor allem un- tätig, er, der aktive Mann, der in der Hauptstadt der Welt das Evangelium verkünden möchte. End- lich, endlich Landung in Neapel. An einen Solda- ten angekettet, zieht er nun die Appische Straße am Fuße des Palatin vorbei, von dessen Höhe die kaiserlichen Paläste winken, und betritt durch die Porta Viminalis, großen Angedenkens, die ewige Stadt. Aber wieder zwei volle Jahre, bis es zur Verhandlung kommt, immer noch Gefangener, nur von Zeit zu Zeit werden die Ketten gelöst. Die Ungeduld wird bis aufs höchste gespannt, aber während die Mitgefangenen klagen und fluchen, stimmt er immer wieder seine Psalmengesänge an und wiederholt, was er ein Jahr zuvor den Ko- rinthern geschrieben hatte:Wir galten als Be- trüger und sind doch wahrhaftig, als Unbekannte

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