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Gefangenschaftsbriefe / Dr. Max Josef Metzger (Bruder Paulus) ; eingeleitet und herausgegeben von Dr. Matthias Laros
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Das viele Studieren bringt Dich um Deinen Ver- stand, und König Agrippa scherzt:Beinahe könn- test Du mich bereden, ein Christ zu werden. Und Paulus:Ich bete zuGott, daß nicht nur Du, son- dern alle, und nicht nur beinahe, sondern ganz so würden, wie ich bin, diese Fesseln ausgenommen.

(Apg., 26, 24-29).

Die ganze übrige Zeit muß er allein in seiner Fel- senkammer sitzen, mit Ungeduld den Tag der Freiheit erwartend, da er wieder über Land und Meer eilen därf, um seine Berufung zu erfüllen. Aber eine andere Aufgabe ist ihm in der Stille gestellt: Er bereitet mit Lukas, der ihn öfters.be- suchen darf, die Niederschrift seines Evangeliums vor, mit all den Einzelheiten, die dieser auf seinen vielen Reisen gesammelt hat. Auch die Grundzüge der Apostelgeschichte werden entworfen. Da bricht wieder eine Revolte der Juden los. Der Statthal- ter Felix geht scharf vor, und um die Juden nach- her zu versöhnen, läßt er Paulus wieder in Fesseln schlagen und diesen ıdie Kosten seiner Härte be- zahlen. Aber es hilft nichts. Felix wird abberufen und verschwindet in Dunkel und Schande. Festus trıtt im Jahre 60 an seine Stelle, und Paulus war- tet und wartet auf den Fortgang seines Prozesses. Vergebens. Er muß, um voranzukommen, als- mischer Bürger an den Kaiser appellieren.

So wird er nach Rom gebracht. Der Schiffshaupt- mann Julius‚behandelt ihn menschenfreundlich und erlaubt ihm, zu seinen Freunden zu gehen und sich mit dem Nötigen versorgen zu lassen.

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